Ein Segen fürs Stadtbild / Erste Maßnahmen wohl nicht vor 2020

Schwarzenstein: Stadt Altena kümmert sich jetzt um Fördermittel

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An vielen Stellen der Schwarzenstein-Brache herrscht Einsturzgefahr. Gemeinsam mit den Bürgern soll jetzt überlegt werden, wie die Flächen zukünftig genutzt werden können.

Altena - Einen Euro nur hat die Stadt für die beiden Itani-Brachen bezahlt. Die Folgekosten werden allerdings erheblich sein. „Es werden alleine immense Abbruchkosten anfallen“, ahnt der Bürgermeister. Dennoch sei es richtig gewesen, die Flächen zu übernehmen – nur so sei eine geordnete Entwicklung des Schandflecks am Ortseingang möglich.

Bisher konnte die Stadt nur dann reagieren, wenn nachweislich Gefahr im Verzuge war. Das war zum Beispiel der Fall, als Chafik Itani vor Jahren in einer Auseinandersetzung mit der Stadt den Kürzeren zog und einen Schornstein abbrechen lassen musste, der nicht mehr standsicher war. 

Als 2013 und 2014 zwei Schrott-Immobilien abgerissen werden mussten, weil Einsturzgefahr herrschte, war Itani schon tot und die Kosten – ein hoher sechsstelliger Betrag – blieben bei der Stadt hängen.

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Erste Gespräche über einen Ankauf durch die Stadt wurden mit dem Insolvenzverwalter bereits 2015 geführt. Auch das war ein Grund dafür, dass die Stadt den Schwarzenstein vor zwei Jahren per Ratsbeschluss zum Sanierungsgebiet erklärte.

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Das sei auch hilfreich bei der Klärung der manchmal etwas schwierigen Eigentumsverhältnisse, hieß es damals – davon ist heute keine Rede mehr: Die Stadt hat die Flächen gewissermaßen aus einer Hand gekauft.

„Die Eintragungen im Grundbuch waren aber manchmal schon ein wenig abenteuerlich“, berichtet Stefan Kemper vom Notartermin. Vor dem hatte der Rat einstimmig grünes Licht für den Kauf gegeben.

Die Tatsache, dass die Fläche Sanierungsgebiet ist und ein Abbruch zweifellos ein Segen für das Stadtbild wäre, lässt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein auf Fördermittel hoffen – „allein kann das eine Stadt in unserer finanziellen Lage natürlich nicht stemmen“, sagt er und berichtet von ersten, sondierenden Gesprächen.

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Offizielle Anträge können natürlich erst gestellt werden, wenn die Stadt einen Überblick hat. Das sei frühestens Ende nächsten Jahres der Fall, meint der Bürgermeister und weist darauf hin, dass die Genehmigung ebenfalls dauern wird. 

Vor 2020 könne wohl kaum mit größeren Maßnahmen begonnen werden, sagte er am Freitag. 

Neben den Itani-Ruinen hat die Stadt am Winkelsen auch einige Straßenparzellen übernommen. Nicht betroffen sind das Finanzamt, die ehemalige Lehrwerkstatt, die alte Direktorenvilla und die ebenfalls leer stehenden Produktionshallen der Firma Saleen.

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