„Summer of Pioneers“ in Altena

Schwarzenstein-Brache: Pionier hat besondere Idee

Freiluft-Szenario: In der einstigen Gießerei der Firma „Basse & Selve“ hatten die Pioniere einen kaum verstellten Blick auf den Himmel.
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Die Pioniere haben sich die Schwarzenstein-Brache bereits angesehen. Ein Pionier hat eine besondere Idee.

Christoph Settgast (34) lebt mit seiner Frau Christine in Altena - als Teil des Projekts „Summer of Pioneers“. In diesem ist auch die Schwarzenstein-Brache ein Thema. Rund um die Brache hat Settgast eine Idee. Nun sind die Altenaer gefragt.

Altena – Wer hin und wieder im Herzen der Stadt flaniert oder bummelt, wird diesen Pionier mit Sicherheit schon mal gesehen haben. Im Ladenlokal Lennestraße 57, eines von drei sogenannten Coworking-Spaces im Rahmen des halbjährigen Projekts „Summer of Pioneers“, sitzt Christoph Settgast direkt hinter der Schaufensterscheibe, meistens mit Kopfhörern auf den Ohren und gekleidet im schicken Oberhemd.

Der IT-Berater aus Mühlheim an der Ruhr, der bei Aldi Süd angestellt ist, könnte mit seinem Laptop und mit Internetanschluss an so vielen Orten in diesem Land seiner Arbeit nachgehen. Seit Anfang Juni hat der 34-Jährige seinen möblierten Arbeitsplatz auf Zeit in der Burgstadt, weil ihn der „Summer of Pioneers“ wie auch seine Frau Christine, die ihm im Coworking-Space gegenübersitzt, überaus reizte.

Angekommen in der Nette

Die Entscheidung, am Sommer der Pioniere teilzunehmen, trafen Christoph und Christine Settgast gemeinsam. „Wir sind erst im März, und damit recht kurzfristig, auf das Projekt gestoßen. Für uns war klar, dass wir entweder zusammen daran teilnehmen werden oder gar nicht“, berichtet der 34-Jährige, der nach den ersten vier Wochen in der Burgstadt froh ist, sich mit seiner Frau für eine Teilnahme entschieden zu haben.

Zusammen wohnen sie nun in einer von der Baugesellschaft zur Verfügung gestellten möblierten Wohnung im Steinwinkel. „Also in der Nette“, sagt Settgast so völlig selbstverständlich, als wäre er schon wesentlich länger in dieser Stadt, als er es tatsächlich ist.

Pionier Christoph Settgast (34) aus Mülheim an der Ruhr.

Die ersten vier Wochen in Altena waren für den IT-Berater letztlich auch „vier Wochen mit engagierten und offenen Menschen“. Er, aber auch die anderen kreativen Köpfe, die noch bis Ende November in Altena ihrer Arbeit nachgehen und sich zusätzlich mit ihren Ideen für die Stadt einbringen sollen, fühlten sich „sehr herzlich willkommen“ und „wohl“.

IT-Berater für Aldi-Süd

Der Sommer der Pioniere ist für Christoph Settgast, der im oberbayerischen Ingolstadt aufwuchs, nach erfolgreichem Abitur Informatik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg studierte und vier Jahre als Software-Entwickler in der Medizintechnik arbeitete, eine „spannende Betätigungsmöglichkeit“ neben seiner eigentlichen Arbeit für Aldi Süd.

Für das Unternehmen ist er seit knapp vier Jahren als IT-Berater am Standort Mühlheim tätig, baut dort zusammen mit anderen Experten digitale Systeme mit auf, betreibt diese und entwickelt sie weiter. Ein spannender Job, der ihm viel Freude bereitet.

Altena „ländlich geprägt - das gefällt mir“

Kurz nach Beginn der Corona-Pandemie wechselte Christoph Settgast, wie weltweit so viele Arbeitnehmer, ins Homeoffice, das er nun für ein halbes Jahr von Mühlheim an der Ruhr ans Lenneufer verlegt hat. „Altena ist nah dran am Ruhrgebiet, in etwa einer Stunde könnte ich in Mühlheim sein“, sagt der 34-Jährige, dem der erste Monat im Lennetal richtig gut gefallen hat.

„Altena ist eine ländlich geprägte kleine Stadt, in der nicht alles so anonym ist wie in einer Großstadt. Das gefällt mir“, sagt der IT-Berater, der sich generell gut vorstellen könnte, hier auch länger als ein halbes Jahr zu leben.

Schwarzenstein als geschichtsträchtigen Ort zeigen

Im Freundes- und Familienkreis weckte die Entscheidung von Christoph Settgast, zusammen mit seiner Frau am „Summer of Pioneers“ teilzunehmen, großes Interesse. „Freunde und Familie sind neugierig und finden das Projekt spannend. Ich bin ja selbst gespannt“, sagt der 34-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Welche Ideen, Anregungen oder gar Projekte werden die Pioniere in und für Altena anstoßen? Was wird bleiben vom Pionier-Sommer 2021? Fragen, auf deren Antworten auch der 34-Jährige ebenso gespannt wie neugierig ist.

Erste Pionier-Ideen wie ein Weinberg auf einer rund 1500 Quadratmeter großen Fläche oberhalb des Deutsche-Bank-Parkplatzes sind bereits gereift, Christoph Settgast hat darüber hinaus eine weitere Idee, die die Industriebrache Schwarzenstein anbelangt. An dem geschichtsträchtigen Standort, an dem 100 Jahre lang Münzen produziert wurden, steht seit 1980 endgültig alles still. Die Idee, die Settgast nun verfolgt, hat weniger mit der Nachnutzung für den Schwarzenstein zu tun, sondern mit der Werksgeschichte. Die spielt auch eine große Rolle in einem Fernsehfilm mit deutscher Top-Besetzung.

Fotos, Videos, Texte: „Was bisher geschah“

Unter dem Motto „Schwarzenstein – was bisher geschah“ könnte sich der IT-Berater eine Aufarbeitung der Industriegeschichte vorstellen. „Ich würde gerne die Altenaer, die in dem Betrieb gearbeitet haben, mit Fotos, Videos und Texten porträtieren, um ein großes Stück Altenaer Industriegeschichte festzuhalten“, sagt der 34-Jährige.

Sollten sich mehrere Personen, die am Schwarzenstein mal gearbeitet haben, direkt oder über Verwandte oder Bekannte finden lassen, könnte sich Settgast auch eine Ausstellung vorstellen. Er hofft nun, dass sich der eine oder andere angesprochen fühlt und Kontakt zu ihm aufnimmt. Christoph Settgast ist dienstags zwischen 12 und 13 Uhr im Coworking-Space an der Lennestraße 57 zu sprechen, die Kontaktaufnahme ist auch per E-Mail (schwarzenstein@settgast.org) möglich.

Masterplan nach sechs Monaten kaum möglich

Dass es nach dem halbjährigen Projekt „Summer of Pioneers“ den einen Masterplan für die Nachnutzung der Industriebrache geben wird, davon geht Christoph Settgast eher nicht aus. „Ein Masterplan lässt sich in sechs Monaten nicht einfach so entwickeln. Aber wir können Ideen und Anregungen geben, Dinge anstoßen, Ideen spiegeln und weiterentwickeln.“

Wie die anderen Pioniere auch, so wird sich Christoph Settgast in den nächsten Wochen und Monaten weitere Gedanken machen und sich neben seiner Arbeit mit Ideen für die Burgstadt einbringen. In der Wohnung in der Nette, in den Workshops und natürlich auch hinter der Schaufensterscheibe an der Lennestraße...

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