Schwarzenstein ist und bleibt ein Ärgernis

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Wer aus Richtung Werdohl nach Altena hineinkommt, wird mit einem unschönen Anblick konfrontiert. ▪

ALTENA ▪ Am Besitzer des ehemaligen VDM-Komplexes am Schwarzenstein haben sich schon Günter Topmann und Reinhard Riechert die Zähne ausgebissen. Er könne das besser, versprach Dr. Andreas Hollstein, als er sich 1999 erstmals ums Bürgermeisteramt bewarb und den Zustand der Beinahe-Brache zum Thema machte.

Heute – elf Jahre später – ist er auf dem Boden der Realität angelangt. „Ich bin froh, dass ich in Altena nicht noch einen Unternehmer dieses Schlages habe“, sagt er über den Besitzer des halb verfallenen Komplexes und berichtet, dass er nach seiner ersten Wahl versucht habe, mit dem Inhaber ins Gespräch zu kommen. Das sei zunächst auch gelungen, habe aber zu überhaupt keinem Ergebnis geführt – der Mann sei noch nicht einmal im Ansatz bereit gewesen, in Eigenregie etwas zur Verbesserung der Situation zu tun.

Inzwischen ist das Verhältnis deutlich abgekühlt. „Wir ziehen da jetzt alle Register“, berichtet der Bürgermeister. So musste an der ehemaligen Gießerei im vergangenen Jahr der Schornstein gesprengt werden, weil seine Standsicherheit nicht mehr gegeben war – „und das hat der ja nicht aus freien Stücken gemacht“, sagt der Bürgermeister. Im Moment befindet sich die Stadt in einem weiteren Rechtsstreit mit dem Eigentümer, weil es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, welche Gefahren von einigen Gebäuden an der Werdohler Straße ausgehen.

Das Problem dabei: Auch wenn die Stadt gewinnt, ändert das an der Situation nicht wirklich was – dann verschwindet vielleicht eine lockere Dachrinne, was aber am grundsätzlichen Erscheinungsbild nichts ändert. Und „schön" kann die Stadt speziell bei Gewerbebauten nicht erzwingen.

Wohl aber sicher – und da stellt sich auch die Frage nach Altlasten, die in die Zuständigkeit des Märkischen Kreises fällt. Natürlich gelte das alte VDM-Werk als „Verdachtsfläche“, erklärt Fahrettin Karakuzu, beim Kreis für Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Wasserbau zuständig. Es seien auch Untersuchungen gemacht worden. Sie hätten aber nicht zu dem Ergebnis geführt, dass von der Fläche eine besondere Gefahr ausgeht. Deshalb sehe der Kreis „keinen akuten Handlungsbedarf“. Genauere Bodenanalysen wären nach Darstellung Karakuzus erst dann erforderlich, wenn konkrete Veränderungen beantragt würden - wie zum Beispiel ein Abriss und einem anschließenden Neubau.

Daran ist wohl nicht zu denken – und deshalb geht es dem Altenaer Bürgermeister inzwischen wie vielen anderen Bürgern auch: „Jedes Mal, wenn ich daher fahre, kriege ich einen dicken Hals,“ bestätigt Hollstein. ▪ ben.-

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