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Unbekanntes Terrain

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Von: Thomas Keim

Freiluft-Szenario: In der einstigen Gießerei der Firma „Basse & Selve“ hatten die Pioniere einen kaum verstellten Blick auf den Himmel.
Freiluft-Szenario: In der einstigen Gießerei der Firma „Basse & Selve“ hatten die Pioniere einen kaum verstellten Blick auf den Himmel. © Keim, Thomas

Unbekanntes Terrain betraten am Dienstag die Männer und Frauen, die ins Projekt „Summer of Pioneers“ eingebunden sind. Gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Kober und Stadtplaner Roland Balkenhol besichtigten sie den Schwarzenstein-Komplex, die Itani-Brache.

Altena – Der Stadtplaner führte die Pioniere durch die weitläufigen Hallen, wo es einen Eindruck gab, dass der Löwenanteil der Fläche sich in einem desolaten Zustand befindet. „Wenn 40 Jahre nichts an der Substanz gemacht worden ist, dann ist der Zug natürlich irgendwann abgefahren“, fasste Balkenhol die Lage zusammen. Er hatte auch einen knackigen Vergleich parat, der den geschichtsträchtigen Standort beschreibt: „Das hier war schon Industriestandort, da wurden im Ruhrgebiet noch Schafe gehütet. Hier wurden Münzrohlinge für halb Europa hergestellt.“

Ideen sind schon manche geäußert worden, was zwischen Finanzamt und Werdohler Straße dereinst passieren könnte – aber bis dahin wird noch viel Wasser die Lenne herunterfließen: Es gebe dort die Möglichkeit, „das Tor zur Stadt“ zu gestalten und aus der Verbindung von Wasser, Wald und Radweg eine Naherholungsfläche zu schaffen, die auch für Touristen attraktiv ist. Es fiel das Stichwort Wohnmobilstellplätze und„shared spaces“ – geteilte Flächen zum Arbeiten oder Wohnen. Bei zunehmendem Radverkehr könnte sich ein Café an der Lenne lohnen, auch von Wassersportangeboten war die Rede und sogar von einem „echten Lennestrand aus Sand.“ Freilich war auch von Gewerbe die Rede. Was werden die Pioniere noch zu den Überlegungen beitragen?

Bodenproben genommen

Die „Pioneers“ zeigten sich auch als interessierte Beobachter. „Hier gibt es Bohrlöcher“, stellte einer fest. Das seien in der Tat Spuren davon, dass in jüngster Zeit Bodenproben genommen worden seien. Die Ergebnisse habe er aber noch nicht einsehen können, so Balkenhol. Die alte Industriefläche könnte also noch unliebsame Überraschungen verbergen.

Die 16 Digitalarbeiter – sie kommen unter anderem aus Hamburg, Berlin, Köln und dem Ruhrgebiet – sollen in der Burgstadt ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Dazu wurden Rahmenbedingungen geschaffen: Die leer stehenden Ladenlokale an der Lennestraße 38 (ehemals Café Talstation), sowie 57 und 59 werden als sogenannte Coworking-Spaces hergerichtet. Es handelt sich um möblierte Arbeitsplätze auf Zeit, in denen die Digitarbeiter zum einen ihrer bezahlten Arbeit nachgehen, zum anderen aber eben gemeinsam mit anderen Coworkern Ideen entwickeln sollen – zum Beispiel für die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt oder eben für die Nachnutzung der Schwarzenstein-Brache. „Die Pioniere bringen ihre Arbeit mit und bringen sich zusätzlich mit ihren Ideen für Altena ein“ so wurde der Leitgedanke des Projekts formuliert.

Jetzt dürfen sie loslegen. Spontane Ideen gab es vor Ort noch nicht, wohl aber großes Interesse.

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