Schwäne bewegen die Gemüter in Altena

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Portrait eines Lenneschwanes.

ALTENA - Die auf der Lenne neu zugezogene Schwanenfamilie war gestern Thema Nummer eins auf dem Wochenmarkt. Und fast alle waren sich einig: Es handelt sich um Tiere, die ihr Revier bisher in Wilhelmstal hatten.

Seit etwa zwei Jahren sei das Schwanenpaar dort heimisch gewesen, berichtet zum Beispiel Manfred Bierwirth, ehrenamtlicher Fischereiaufseher und deshalb oft an der Lenne unterwegs. Und dann waren die Tiere auf einmal verschwunden – und zwar just zu jenem Zeitpunkt, an dem der Fluss nach einer langwierigen Wehrreparatur wieder aufgestaut wurde und die Lebensbedingungen sich eigentlich verbesserten. Patricia Causemann, die das Schwanenpaar oft beobachtet hat, vermutet, dass beim Wiederanstau das Nest der Vögel zerstört worden sei und sie deshalb das Weite gesucht hätten.

Diesen Erklärungsansatz bezweifelt Thorsten Kestner, der sich an der Passmühle bei Hattingen um verletzte Vögel kümmert und stets mehrere Schwäne in seiner Obhut hat: Wenige Tage, nachdem die Jungen geschlüpft seien, sei das Nest für Familie Schwan uninteressant. „Irgendwas anderes wird ihnen nicht gepasst haben“, sagt er – die Gründe dafür, dass Schwäne ihr Revier verlassen, seien vielfältig.

Und wie kommen die Tier von Wilhelmstal nach Altena? Immerhin stauen auf der Strecke vier zum Teil sehr hohe Wehranlagen den Fluss auf, die jungen Schwäne können noch nicht fliegen. Patricia Causemann hat beobachtet, dass Familie Schwan diese Hindernisse zu Fuß umwandert hat. Kestner weiß, dass die Vögel in solchen Fällen recht stur sein können: „Manchmal stürzen sie sich auch regelrecht da runter“.

So erfreut die Altenaer über die neuen Lennebewohner sind, so traurig sind die Werdohler über den Verlust von Familie Schwan. Ihnen macht Kestner Mut: Wahrscheinlich kehre das Schwanenpaar nach Wilhelmstal zurück, wenn im kommenden Frühjahr die Jungvögel aus der elterlichen Obhut vertrieben würden und das nächste Brutgeschäft anstehe, sagte er gestern.

http://www.paasmuehle.de

von Thomas Bender

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