Schul-Entscheidung muss her

Um die 100 Bürger begleiteten die vier Ratsfraktionen von CDU, Grünen, SDA und FDP bei ihrer Besichtigung der Grundschulen. Foto: Bender

ALTENA -   Für die Mehrzahl der Altenaer Kommunalpolitiker führt an der Schließung einer Grundschule kein Weg vorbei: „Wir wollen die Reduzierung auf drei Standorte“, bekräftigte am Donnerstagabend Oliver Held von den Grünen. Es gebe dazu aus fachlicher Sicht keine vernünftige Alternative.

Alle Ratsfraktionen außer der der SPD hatten sich zu einer gemeinsamen Begehung der Schulgebäude in Dahle und in Evingsen verabredet und dazu öffentlich eingeladen. In beiden Schulen sahen sich die Politiker mit knapp 100 Bürgern konfrontiert. Neben Held übernahm es Uwe Scholz von der CDU, mit denen zu diskutieren. „Glauben sie mal eins: Spaß macht uns das nicht“, sagte er. Kein Politiker schließe gerne eine Schule, die Fakten ließen aber keine andere Wahl. Bis einschließlich November seien dieses Jahr in Altena nur 98 Kinder geboren worden – das reiche in sechs Jahren höchsten für fünf erste Klassen. „Im Moment sind es sechs, 2007 waren es noch zehn“, verdeutlichte Oliver Held die Dramatik. Der Vorstellung mancher Eltern, dann müsse eben an jedem Schulstandort nur eine Eingangsklasse gebildet werden, erteilte er eine klare Absage: „Es kann nicht in einer Stadt wie Altena vier Zwergschulen geben“.

Eltern bräuchten Planungssicherheit und Lehrer eine Zukunftsperspektive, argumentierte Uwe Scholz – deshalb müsse jetzt entschieden werden, welche Schule auslaufen soll. Wie berichtet, schlagen Gutachter die Schließung der Evingser Schule vor, eine Mehrheit im Rat will dazu im Mai einen Bürgerentscheid herbeiführen lassen.

„Wir haben mehr Fragen als Antworten“, sagte Thomas Amersek, einer der Sprecher der Evingser Eltern. Viele Zahlen in dem Gutachten seien nicht nachvollziehbar, außerdem sei nicht nach Alternativen gesucht worden. Amersek warf der Verwaltung vor, auf „kalten Wege“ schon seit längerem die Schließung der Grundschule vorzubereiten – nur das könne der Grund dafür gewesen sein, dass die Gasversorgung des Schulgebäudes von der der Turnhalle abgekoppelt worden sei.

„Altenas Attraktivität liegt in den Außenbereichen“, sagte ein weiterer Besucher der Veranstaltung und kritisierte auch mit Hinweis auf den Burgaufzug, dass nahezu alle Investitionen und Aktionen der letzten Jahre sich um die Innenstadt drehen.

Bei der Diskussion wurde auch deutlich, dass der Politik an einem langfristigen Erhalt eines Schulstandortes in Dahle/Evingsen gelegen ist: Wenn sich im Laufe der Zeit weiterer Handlungsbedarf ergebe, dann müsse man sich eher die beiden anderen Schulen anschauen, hieß es am Donnerstag.

von Thomas Bender 

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