Im Schützenzelt darf noch geraucht werden

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Elena Triantafildu findet das neue Gesetz existenzgefährdend.

ALTENA ▪ In diesem Jahr soll das Rauchverbot in der Öffentlichkeit verschärft werden – doch Auswirkungen auf das große Altenaer Schützenfest hat diese Neuregelung noch nicht. Sie soll nämlich erst im September greifen – Schützenfestausnahme-Zustand in der Burgstadt ist aber schon ab Fronleichnam, also im Juni.

Klaus Knipping, Hauptmann der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft, sieht die geplante Neuregelung gelassen. Wenn es das Gesetz vorschreibe, würde eben im Festzelt nicht geraucht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gesetzgeber eine Ausnahmeregelung für die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft zulässt“, flachste er. Knipping selbst ist Nichtraucher, sagt aber auch, dass ihn der blaue Dunst im Zelt nicht so sehr störe. „Es ist groß und sehr hoch und irgendwie immer offen. Da ist die Belästigung in kleinen Kneipen wohl eine andere.“ Andererseits hat er von Zeltwirt Kühling erfahren, dass andere Bundesländer, etwa Niedersachsen, das konsequente Rauchverbot schon durchgesetzt haben. „Wenn es kommt, denke ich, wird sich viel nach draußen verlagern“, blickt Knipping nach vorn.

Trappe freute sich über

einheitliche Maßstäbe

Klaus-Peter Trappe, Bereichsleiter im Ordnungsamt, begrüßt die ins Auge gefasste Neuregelung. „Es werden endlich einheitliche Maßstäbe angelegt“, sagt er. Er befürworte deshalb diese klare gesetzliche Neuregelung, auch im Hinblick auf seine Außendienst-Mitarbeiter. Die haben aktuell aber noch kein Bußgeld gegen Gastwirte verhängt. Allerdings wurden sie schon häufiger gerufen. „Es blieb dann aber immer bei Gesprächen. Die Gastwirte haben immer eingelenkt, wenn es Beschwerden gab“, sagt der Rathaus-Beamte.

Sorgenvoll blickt indes Elena Triantafildu in die Zukunft. Sie betreibt die kleine Kneipe „Bei Elena“ an der Lennestraße 4. „Seit 28 Jahren wird bei mir geraucht. Wenn das verboten wird, ist es Aus. Dann kann ich den Laden schließen“, ist die Griechin überzeugt.

Auch Evangelia Apostolidis (Café Ko) sieht den konsequenten Raucherschutz mit Grausen. „Vielleicht zehn Prozent unserer Gäste rauchen nicht. Wie soll das gehen?“, fragt sie sich angesichts des kommenden Verbotes. An eine Geschäftsaufgabe denkt sie nicht, aber: „Dann werden wohl viele vor die Tür gehen. Im Winter kann das aber Probleme geben.“

von Johannes Bonnekoh

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