Selbstversuch im Lennekai:

Knickebein: Likör mit toller Farbe und Geschmack

Grün-rot-weiß und ein rohes Ei oben drauf: Das ist original Altenaer Knickebein. Mmmmmhhhh lecker! Foto: Schröder

Altena – Alkohol im Dienst? Das geht ja gar nicht. Oder doch? Schließlich ist bald Schützenfest in Altena. Nein, es geht nicht um Bier. Der Zaubertrank, von dem alle Altenaer sprechen und schwärmen, heißt „Knickebein.“ Doch was ist das? Wie schmeckt das? Und ist es wirklich ein Zaubertrank?

Kai Finkernagel vom Lennekai bietet selbstlos seine Hilfe an. „Mein Personal kann richtig Knickebein“, sagt er und setzt ein vielversprechendes Lächeln auf. Roula Avramis, zarte 18 Jahre jung, hat er bei Beatrice David „in die Lehre geschickt“, denn die „kann am besten Knickebein.“

Etwas verlegen stehe ich vor dem Tresen, viele Blicke von Mittagsgästen wandern zu mir und den Begleitern. Längst stehen drei Flaschen Bols-Likör auf dem Tisch. Grüner mit Minze, ein roter mit Kirsch und der durchsichtige Curacao Triple sec. Daneben eine Dose mit Kaffeepulver und Pfeffer sowie eine Packung Bio-Eier der Größe M.

„Wollen wir?“, fragt Finkernagel und setzt sich eine Schützenmütze auf. „Mindestens 50 Jahre alt, sieht man, woll“, sagt der Geschäftsmann und lässt Roula Avramis „mal machen.“ Vorsichtig, ganz vorsichtig gießt sie zuerst den Pfefferminzlikör ins original Bols-Schnapsgläschen 2cl, dann folgt Kirsch, zuletzt Curacao Triple sec. „Na, bemerkt?“, fragt Finkernagel schelmisch. Der Pfefferminzlikör ist im Gefrierfach auf minus 18 Grad Celsius und der Kirschlikör im Kühlschrank auf 6 Grad Minus heruntergekühlt. Der durchsichtige Curacao Triple hat Zimmertemperatur. „Das ist ganz wichtig, sonst schmeckt Knickebein nicht“, verrät der Wirt und erzählt von großen, kleinen, mittleren und Monstereiern. „Wir nehmen immer M-Eier. Da schwappt nichts über den Rand des Gläschens“ und während Roula Avramis ein Ei aufschlägt, erzählt Finkernagel vom Hahnentritt und dem rohen Bio-Ei. Gekonnt rundet das Dotter jetzt das kleine Schnapsgläschen ab, noch ein bisschen Pfeffer, eine Prise Kaffeepulver und der grün-rot-weiß-gelbe „Zaubertrank“ wartet auf den Geschmackstest. Finkernagel setzt sich seine Schützenmütze auf, kippt das Glas in einem Zug und lässt Alkohol und Ei „im Mund spazieren gehen.“ „Mmmmmhhhhh, köstlich“, sagt er und setzt das leere Knickebein-Gläschen ab. „Da bekommt man Lust auf mehr.“ Und ich? Setze an, lasse die bunte Mischung von links nach rechts in den Backen rotierten und bestätige: Mmmmhhhh – super lecker mit diesem dominierenden Minzegeschmack. Das war nicht mein letzter Knickebein!

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