Vorstandschef mit 14: Firma "Suba duba" macht's möglich

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Mtglieder der Schülerfirma Suba duba des Burggymnasiums präsentieren von ihnen gefertigte Tampen- und Natur-Bast-Armbänder.  

Altena – Ob es Mika Kreisel einmal beruflich auf den Chefsessel eines börsennotierten Unternehmens schafft, ist offen. „Wirtschaft interessiert mich. Auch deshalb mache ich beim Projekt Schülerfirma hier bei uns am Burggymnasium mit“, sagt der Neuntklässler. 

Bei Suba duba – so heißt das Unternehmen – hat er aber bereits das Amt eines Vorstandsvorsitzenden inne: Mit 14 Lebensjahren.

Vor zehn Jahren stieß das BGA erstmals zum bundesweiten Junior-Schülerprogramm der Deutschen Wirtschaft. Ziel damals wie heute: Junge Leute der Jahrgänge acht und neun werden zu Unternehmern, erproben im Team unternehmerisches Handeln und lernen, verantwortlich Entscheidungen zu treffen. 

"Knallharte Noten"

Oberstudienrat Lars Pautsch betreut das Projekt seit Beginn und er unterstreicht: „Das ist kein Spaß, die 15 Teilnehmer werden knallhart benotet. Dabei wird die erreichte Zensur wie das Ergebnis eines Hauptfaches, beispielsweise Deutsch oder Mathematik, auf dem Zeugnis gewertet. 

Im Zweifel könnte es sogar eine Fünf in diesem Hauptfach ausgleichen, um versetzt zu werden. Es geht vorrangig darum, eigene Kompetenzen zu stärken, die Schüler fit für die Zukunft zu machen.“ 

Mika Kreisel: „Nach dem Abitur könnte ich mir vorstellen, Betriebswirtschaft zu studieren. Jetzt lerne ich, eine Firma zu führen. Das ist toll.“ Das sieht auch die Finanzchefin der BGA-Firma, Madita Hartwig, so. Auch die 15-Jährige strebt ein wirtschaftswissenschaftliches Studium nach der Abiprüfung an. 

Armbänder für die Zielgruppe

Gegründet wurde Suba duba durch den Verkauf von 60 Anteilsscheinen (Aktien) á zehn Euro. 90 wären laut Junior-Programm möglich gewesen. Mit diesem Geld im Rücken entschieden sich die Schülerunternehmer, handgenähte Armbänder zu produzieren. „Es ist natürlich wichtig, für ein Produkt eine Zielgruppe zu finden“, begründet Vize-Vorstandschef Batuhan Halilcavusogullari diese Entscheidung. „Da schauen wir natürlich zuerst auf die Schule, das ist quasi ein geborener Absatzweg.“ 

Armbänder produziert die Schülerfirma.

Die Firma Suba duba hat einen Einkauf, Verkauf, eine Buchhaltung, eine Werbeabteilung und - ganz wichtig - eine Produktionsabteilung. Es wird Lohn gezahlt, es wird verhandelt, gebucht, verkauft, es werden Mitarbeitergespräche geführt. „Junior steht für ökonomische und finanzielle Bildung“, sagt Lars Pautsch. „Die Schülerfirma bringt die Themen Wirtschaft und Finanzen praxisnah unter dem Motto learning by doing näher.“ 

Aktien steigen

Acht Schülerfirmen hat er schon betreut. Sein Fazit: Alle Beteiligten hätten die verschiedenen Facetten der Wirtschafts- und Arbeitswelt hautnah erlebt und dabei Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit erlangt. 

Suba duba ist aktuell in der Erfolgsspur. Auf der kürzlich abgehaltenen Aktionärsversammlung war der Wert des Anteilsscheins von zehn Euro auf 11,13 Euro geklettert. Ein Plus gegenüber der Einlage von nahezu 12 Prozent. Wenn das so bleibt, will der Unternehmensvorstand eine Spende weitergeben. „Vielleicht an den BGA-Förderverein oder das Kinderhospiz."

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