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Viele fühlen sich „oben mit“ einfach sicherer

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Von: Thomas Bender

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Schülerin mit Maske im Klassenraum
Noch ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Das soll sich nach Plänen des NRW-Schulministeriums ändern, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Altenas Schulleiter sind skeptisch. © © Andreas Rother

Es ist wie so oft: Alle Welt redet von einer bevorstehenden Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen – nur die Lehrer wissen noch von nichts. Kulturministerium und Schulaufsicht hätten sich offiziell noch nicht geäußert, deshalb könne und werde er zu dem Thema auch noch nichts sagen - so Wolfgang Wilbers, Leiter der Grundschule Altena mit den beiden Standorten in Dahle und im Mühlendorf.

Altena - Ein Blick auf die Homepage des Kultusministeriums zeigt allerdings, wohin die Reise womöglich führt: Dort ist von einer stetig steigenden Impfquote bei Schülern und Lehrern die Rede. Dann heißt es:; „Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung und unter Berücksichtigung des weiteren Infektionsgeschehens ist es die Absicht der Landesregierung, die Maskenpflicht im Unterricht auf den Sitzplätzen mit Beginn der zweiten Woche nach den Herbstferien (2. November 2021) abzuschaffen“. Bleibt es dabei, dann müsste die Maske nur noch auf den Schulfluren getragen werden. Auf dem Schulhof gilt sie schon länger nicht mehr.

Amtlich ist noch nichts

Amtlich ist die Sache damit tatsächlich noch nicht: „Eine abschließende Information dazu sowie zu einer entsprechend geänderten Coronabetreuungsverordnung erhalten die Schulen noch in der ersten Schulwoche nach den Herbstferien“, kündigt das Ministerium an.

Wenn es um die Maskenpflicht an ihrer Schule geht, dann schlagen zwei Herzen in der Brust von Anne Rohde: „Grundsätzlich wünschen wir uns natürlich, endlich wieder normal unterrichten zu können“, sagt die Leiterin der Sekundarschule. Die Kommunikation im Unterricht leide unter der Maske, sagt sie und meint nicht nur die verbale: Wenn man das Minenspiel des Gegenübers im Ansatz sehe, sei das ein Problem.

Schüler fühlen sich sicherer

Rohde glaubt, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist – ob das Ministerium wirklich den Verzicht auf die Maske ermögliche, hänge vom weiteren weiteren Verlauf der Infektionszahlen ab. Die Schulleiterin meint auch, dass eine Abkehr von der Maskenpflicht am Platz ein Stück weit an der schulischen Realität vorbeigeht: Statt des klassischen Frontalunterrichts werde öfter in Kleingruppen gearbeitet, es gebe Austausch zwischen den einzelnen Gruppen: „Bewegung im Raum ist aus dem modernen Unterricht nicht mehr wegzudenken“, betont die Leiterin der Sekundarschule.

Selbst wenn die Maskenpflicht fallen sollte, bedeute das nicht, dass sie plötzlich keiner mehr trage, meint Rohde: Sie könne sich durchaus vorstellen, dass die Schulgremien die Empfehlung aussprächen, im Klassenraum auch weiterhin Maske zu tragen. Auch wenn die Impfrate an der Sekundarschule im Vergleich zu anderen Schulen sehr hoch sei, hätten doch noch viele Schüler und auch Lehrer Angst, sich zu infizieren,

Empfehlung der BGA-Schulkonferenz

Im Burggymnasium hat sich die Schulkonferenz bereits vor den Herbstferien mit der Situation befasst. Ausnahmslos alle Schülervertreter in diesem Gremium hätten sich dafür ausgesprochen, dass auch über 2. November hinaus Masken getragen würden, berichtet Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper: „Sie haben sehr deutlich gesagt, dass sie sich mit Maske sicherer fühlen“.Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen fügt Pädagoge hinzu: „Ich halte das für eine sehr vernünftige Haltung“.

Schon im August, als die Maskenpflicht zum ersten Mal aufgehoben wurde, zog die Schule nicht mit. Damals beschloss die Schulkonferenz, der Schulgemeinde auch weiterhin Masken zu empfehlen. „Wenn die Landesregierung sagt, dass im Unterricht keine Masken mehr getragen werden müssen, kann ich natürlich niemanden zwingen, es doch zu tun“, sagte Holtkemper damals – ein Statement, das natürlich auch heute noch Gültigkeit hat. Im Sommer zogen allerdings nahezu alle Schüler und Lehrer an einem Strang.

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