Schüler protestieren gegen Abriss „ihrer“ Aula

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Seit den Sommerferien ist die Aula geschlossen. Mitglieder der Schülervertretung und die beiden SV-Lehrer Siegrid Mayer und Alexander Halberstadt stehen hier vor verschlossenen Türen. ▪

ALTENA ▪ Die politischen Entscheidungen über die Zukunft der Aula am Eugen-Schmalenbach-Kolleg (ESBK) haben bei den Schülern keinen guten Eindruck hinterlassen. Von „geschlossener Gesellschaft“ war bei einem Pressegespräch die Rede, zu dem die Schülervertretung eingeladen hatte.

Von einer „Knall-auf-Fall-Entscheidung“ spricht zum Beispiel Lisa Fäsing, Schülersprecherin am ESBK. „Wir sind damit nicht einverstanden“. Für sie und die anderen jungen Leute ist klar: „Wir brauchen die Aula. Sie ist ein Stück unserer Schulkultur“. Es gehe um Abiturprüfungen, große Klausuren, um die Theater-AG oder Proben der Schulband und um Entlassfeiern. Was die Schüler besonders ärgert: Ein einstimmiger Beschluss der Schulkonferenz zum Erhalt der Aula sei offenbar überhaupt nicht in die Beratungsvorlage für die Kreispolitiker eingeflossen. „Wir fühlen uns einfach übergangen.“ SV-Lehrer Alexander Halberstadt ergänzt: „Ich kenne keine Schule ohne eine Versammlungsstätte“.

Isabell Schapendonk von der erweiterten Schülervertretung macht sich ihre eigenen Gedanken: „Warum ist denn vorher nichts geschehen, wenn die Mängel doch seit 20 Jahren bekannt sind.“ Mit anderen Worten: Schapendonk ist sicher, dass es gar nicht erst zu dieser unangenehmen Situation hätte kommen müssen. Jetzt sei guter Rat teuer: „Wir sind gerne bereit, jede Hilfe anzunehmen.“

Die Schülervertretung bemängelt, dass in der Tagesordnung der beiden nächsten Sitzungen der Kreispolitik zur ESBK-Aula kein Tagesordnungspunkt vorgesehen ist, der Zuhörern der Sitzung erlaubt, das Wort zu ergreifen. In fast allen Gemeindeparlamenten gehörten solche Fragemöglichkeiten dazu.

Man habe sich deshalb allerdings bereits um einen Kontakt mit Landrat Thomas Gemke bemüht. Eine Rückmeldung habe es allerdings noch nicht gegeben. „Es wäre schön, wenn wir in der Sitzung angehört würden“, meint Lisa Fäsing. Denn eines sei klar: „Wenn am 6. Dezember (im Kreisausschuss) eine Entscheidung für den Abriss gefällt wird, dann ist unsere Aula weg.“

SV-Lehrerin Siegrid Mayer macht auf eine weiteren Aspekt aufmerksam: Der ehemalige Hausmeister der Schule habe berichtet, dass er bereits vor 22 Jahren beantragt habe, dass die Substanz Aula einer Untersuchung unterzogen wird. „Da hatte er schon das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.“

Die Schülervertretung verweist darauf, dass man bisher in den Wintermonaten wegen hoher Heizkosten – mit jeweils einer Ausnahme – auf die Nutzung der Aula verzichtet habe. Wenn daraus aber nun das Argument abgeleitet werde, dass die Schule die Aula ohnehin nur selten benötige, sei das unfair. „Wir hätten viel mehr Veranstaltungen dort, wenn wir die Aula auch im Winter nutzen könnten.“ ▪ Thomas Keim

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