Großübung der Feuerwehr - Berufsfachschule prüft Absolventen

Schreien, Wimmern, Randalieren

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Das Team Unfalldarstellung wurde nicht nur entsprechend geschminkt, um den Sanitätern ein realistisches Bild von Verletzungen zu vermitteln. Die Mitwirkenden werden auch darauf trainiert, sich wie Schwerverletzte zu bewegen und zu schreien.

Altena - Anwohner des Stadtteils Nette haben sich am Samstag erschrocken: Explosion im Giershagener Weg, großes Rettungskräfteaufgebot! Die Großübung am Wochenende (18. November) war weitaus umfangreicher ausgefallen, als üblich. „Wir haben heute die Berufsfachschule Rettungsdienst aus Dortmund zu Gast, die in Altena ihr Abschlusspraxiswochenende veranstaltet“, erklärte Markus Pflüger.

Der Altenaer Feuerwehrmann fährt auch in Dortmund Rettungsdienst und hat deshalb gute Kontakte zur Berufsfachschule. „Wir haben die Abschlussübung der Absolventen dann zu einer großen Gesamtübung für unsere ansässigen Hilfsorganisationen, wie auch umliegende gestaltet.

180 Personen vor Ort

Insgesamt sind hier heute 180 Leute am Werk.“ Der öffentlichkeitswirksamste Einsatz dürfte am Giershagener Weg gewesen sein: Dort wurde ein Gebäudebrand simuliert inklusive Detonationen „mit ordentlicher Sprengkraft“, wie Markus Pflüger betonte.

Das THW rückte mit benachbarten Ortsverbänden an und unterstützte das Team der Atemschutzträger.

Dafür war extra ein Pyrotechnikteam nach Altena gereist. Die Altenaer Baugesellschaft hatte eines ihrer Abbruchhäuser für die Prüfung zur Verfügung gestellt - Garage inklusive. Im Szenario mussten sich die Helfer sogar durch die Garage zu den Verletzten in der Wohnung einen Durchbruch schaffen. Die vermeintlichen Opfer waren allesamt gut vorbereitet: Sie waren vom Team realistische Unfalldarstellung des Roten Kreuzes aus Coesfeld und Dortmund angereist. „Wir sind richtig ausgebildet“, erklärten die Darsteller. Nicht nur Kunstblut und klaffende Wunden, Knochenbrüche und Schockzustände werden ihnen auf den Leib geschminkt, sondern auch das entsprechende Verletztenverhalten wird geübt - Schreien, Wimmern und Randalieren inklusive. Später am Tag sieht sich Rotkreuzleiter Alexander Fischer mit einer Frau konfrontiert, die angibt, ihre Beine nicht mehr zu spüren.

Mehr als 180 Personen waren im Einsatz.

Atemschutzträger des Technischen Hilfswerks haben mitgeholfen, Verletzte aus der Staumauer der Fuelbecker Talsperre zu bergen. Im zweiten Szenario des Tages war eine Besichtigungsgruppe einem Kabelbrand in dem engen Bauwerk zum Opfer gefallen. Die Dortmunder Rettungsmanager müssen sich von Stadtwerken und Feuerwehr Lagepläne besorgen. Unmengen von künstlichem Nebel werden derweil im Gebäude verteilt. Nach draußen dringen nicht nur Rauchschwaden, sondern auch klägliche Hilferufe.

Hilferufe

Auf dem flott errichteten Versorgungsfeld verschlimmern sich die Patientenzustände dramatisch nach der Rettung durch die engen dunklen Gänge im Gebäude. Ein Mann erleitet vor den Sanitätern einen Herzinfarkt. Nochmal schwierig wird es am späten Nachmittag am Bergfeld: Zusammenstoß mit mehreren Autos und Schwerstverletzten - viel technische Hilfe muss angefordert werden, um in der engen Straße am Breitenhagen agieren zu können. Dazu setzt noch fetter Regen in der Dunkelheit ein. „Wir mussten leider mittendrin abbrechen“, erklärte Wehrleiter Alexander Grass.

Prüflinge erfolgreich

Bestanden haben die Prüflinge der Dortmunder Schule aber trotzdem alle. Ein ganz großes Lob galt auch allen Mitgliedern der Altenaer Hilfsorganisationen, die vorbildlich mitangepackt haben an diesem Wochenende: „Es hat super geklappt“, freute sich Markus Pflüger. Die Einsatzzentrale war im Feuerwehrgerätehaus Rosmart eingerichtet worden. Dort verköstigte das THW Soest alle Mitwirkenden aus der Feldküche heraus von morgens bis abends. Viele Einsatzkräfte hatten zum Schluss einen anstrengenden 16-Stunden-Tag hinter sich. „Aber es hat sich gelohnt. Für uns alle!“

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