Schönschrift wie im Mittelalter: Besucher lernen Kalligraphie auf der Burg 

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Kursleiterin Birgit Klare zeigt den Teilnehmern, wie es geht.

Altena – Der richtige Schwung macht's: In die Kunst der Kalligraphie ließen sich Interessierte auf der Burg einführen. Dabei erlebte die Kursleiterin etwas ganz Neues.

Welcher Ort könnte besser sein, als die Burg Altena, um eine mittelalterliche Schrift aus dem 12. Jahrhundert zu erlernen? In diesem Sinne traf sich nun eine kleine Gruppe, um sich von Kalligraphin Birgit Klare in die Geheimnisse der geschwungenen Schrift einführen zu lassen. 

Denn um letzteres, also um das Üben der Schwünge mit einer drei Millimeter großen Bandzugfeder, sollte es im ersten Teil des zweitägigen Workshops gehen. „Ich möchte die Teilnehmer damit infizieren, dass die Kalligraphie einfach ein schönes Hobby ist“, sagt Klare. 

Meditation inklusive

Gerade im Zeitalter des Digitalen sei diese analoge Schriftkunst ein heilsames Gegenwicht, die das Auge in Sachen Gleichmäßigkeit und Ästhetik schule. „Zudem fördert die verbindende Schrift auch das Denkvermögen und die Kreativität“, unterstreicht die Kalligraphie-Dozentin. 

Malen statt Schreiben erfordert die Kunst.

Auch der meditative Charakter kommt während der Unterrichtseinheit zum Tragen, denn während die Schüler ihre Schwünge über das weiße Blatt Papier ziehen, ist es absolut still. „Geradezu wie in einer mittelalterlichen Schreibstube“, so die Lehrerin. 

Malen statt Schreiben

Dies macht auch eine russische Besuchergruppe neugierig, die interessiert vor der Glastür steht. Birgit Klare überlegt nicht lange und bittet die Touristen herein. Gerne gibt sie auch ihnen über die mittelalterliche Schriftkunst Auskunft. 

Immer wieder steht sie den Teilnehmern mit Tipps zur Seite; vor allem wenn es darauf ankommt, auf die Feder mal weniger und mal mehr Druck auszuüben. „Es ist eher wie ein Malen und kein Schreiben im klassischen Sinne, weil die Feder immer wieder abgesetzt wird“, so Birgit Klare. 

Selbst kochen statt Fertiggericht

Was treibt die Teilnehmer überhaupt dazu, eine mittelalterliche Schrift zu erlernen? „Weil eine schöne Schrift einfach etwas Tolles ist“, sagt Karin Nitschke aus Iserlohn. Dieser Meinung war auch Heike Wobeser aus Lüdenscheid. „Selbst kochen ist einfach besser, als einfach ein Fertiggericht zu nehmen.“ 

Nur ein Mann gehörte zur Gruppe der Schönschreiber.

Und dann gibt es noch ein absolutes Novum im Kalligraphie-Kurs: „Einen Mann als Teilnehmer hatte ich bislang noch nie“, sagt Birgit Klare. Den Gedanken, sich die künstlerische Schrift anzueignen, hatte Eugen Klabis schon lange. Der Lüdenscheider hatte sich spontan einen Tag zuvor angemeldet. Sein Wissen möchte er einsetzen, um Grußkarten zu gestalten.

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