Ein schönes Geschenk der Landesregierung:

Liechtenstein-Sprachkurse werden weiter gefördert

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Staatssekretär Thorsten Klute (rechts) im Kreise von ehrenamtlichen Stellwerk-Helfern und Flüchtlingen.

Altena - „Damit haben wir so nicht gerechnet!“ Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein war am Mittwoch, 4. Mai,  „leicht verblüfft“. Doch wenn ein Praktiker, wie der langjährige Bürgermeister der Stadt Versmold und heutige Staatssekretär Thorsten Klute, mithin ein Mann aus der Praxis, sich selbst ein Bild macht, beweist das eins: Da ist jemand, der kennt sich aus, weiß, wo „unten“, der Schuh drückt.

Nach einem auf seine Initiative hin zustande gekommenen Gespräch über die „beispielhafte Flüchtlingsarbeit“ einer Kleinstadt, sicherte Klute zu, dass das Sprachprogramm Liechtenstein Languages fortgesetzt werden kann. „Jetzt werden auch die Stufen 3 und 4 möglich“, freuten sich neben dem Bürgermeister zum Beispiel Gleichstellungsbeauftragte Anette Wesemann oder eine der Kümmerinnen, Nicole Möhling. Liechtenstein Languages, dieses vom Zwergstaat entwickelte Unterrichtsprogramm, ist dermaßen effektiv eine Sprache zu erlernen, dass auch Düsseldorf darauf jetzt durchaus baut. In einer Zeit, in der sich viele Menschen radikalisierten, hätte Altena Verantwortung übernommen, lobte der Staatssekretär. Sowohl der Verwaltungschef und sein Team als auch die vielen ehrenamtlichen Helfer hätten erkannt, dass es am Ende „unserer Stadt gut tun wird, was hier geschieht.“ Er sei gekommen, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen, sagte Klute.

Sich selbst ein Bild machen

Im Spannungsfeld von Land und Stadt: Flüchtlinge. Doch beide Seiten arbeiten gut zusammen, wie  Staatssekretär und Bürgermeister betonten.

 Immer wieder wurde dabei gestern der Focus des Gespräches auf das Erlernen der deutschen Sprache gelenkt und eine möglichst schnelle anschließende berufliche Integration. Dass es dazu neue, von Düsseldorf aufgelegte Programme gibt, wussten die Altenaer teils schon, haben sie gar bereits auf dem Schirm, wie Nicole Möhling und Anette Wesemann sagten. Alles laufe im Sektor Berufseingliederung aber erst in bescheidenem Umfang, aber es laufe. Immer wieder betonte der Gast aus der Landeshauptstadt, der selbst einmal acht Jahre Bürgermeister war, wie sehr Düsseldorf das Ehrenamt schätze und unterstütze. Dr. Andreas Hollstein fand aber auch mahnende Worte. Zwar sei das Altenaer Stellwerk-Modell ein Glücksfall, für das er dem Herrgott täglich danken müsse, doch Ehrenamtler hätten auch mal ihren eigenen Kopf und dann müsse man sie lassen bei allem guten Willen der Kommunalen Integrationszentren und deren Beratung. Hollstein streifte kurz das neue, angedachte Begegnungszentrum, an dem auch das Land beteiligt ist. „Hier, in diesen beengten Räumen des Stellwerks, wurden bisher Sprachkurse gegeben. Künftig haben wir zwei, drei große Räume, was das Lernklima erheblich verbessern wird.“ Dass längst nicht nur alles rund läuft in Sachen Integration, auch das ließ Staatssekretär Thorsten Klute nicht aus. Zwar meinte er, die öffentliche Wahrnehmung von und mit Flüchtlingen sei oft eine andere als die Wirklichkeit, doch Düsseldorf reagiere und schreibe ständig Konzepte fort. Eines davon: Komm.an.NRW – das Ankommenstreffpunkte, bestehende oder projizierte wie in Altena, besonders fördern wolle.

Eigene Sprachenschule in Altena

 Hollstein verblüffte dann seinerseits den Gast. Er trug ihm seine Idee einer zentralen Flüchtlingssprachenschule in einer aufgegebenen Schule am Ort vor. Das sei bisher nicht weiter verfolgt worden, vielleicht auch am Widerstand von umliegenden Kommunen und ihrem Kirchtumsdenken gescheitert. Dabei könne hier das Sprachlern-Wirrwarr wirksam gelindert werden. „Noch verschleudern und vergeuden wir hier nach meiner Ansicht Ökonomie.“

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