Stadt liegt bisher noch kein Bauantrag vor / Bürger skeptisch

Wie schön wird das neue Kreisarchiv in Altena?

Überarbeitet wurde der Entwurf für den Neubau des Kreisarchivs: Die beiden oberen Etagen mit Büros und Besprechungsräumen wirken etwas aufgelockerter, unten bleibt es bei drei fensterlosen Etagen. Der erste Entwurf aus dem Büro Bramey.Partner Architekten (kleines Bild) war insbesondere in den sozialen Netzwerken scharf kritisiert worden. Skizze: Wohlrath

Altena - Mit der Ästhetik von Aldi-Filialen beschäftigte sich Anfang der Woche der Ausschuss für Stadtentwicklung. Das führte bei manchen Bürgern zu der Frage, ob es nicht drängendere Probleme gebe – zum Beispiel die Optik des geplanten Neubaus für das Kreisarchiv. Damit hat sich die Kommunalpolitik bisher noch nicht befasst.

Als vom Kreis im November ein erster Entwurf veröffentlicht wurde, gab es in den sozialen Netzwerken fast nur Kritik an dem überwiegendfensterlosen Kubus, der dort gebaut werden soll, wo jetzt noch die Berufsschule steht. Sie wird bald abgerissen. Der Abrissantrag liege vor und sei genehmigt, berichtete Stadtplaner Roland Balkenhol auf Anfrage. Hinsichtlich des Neubaus habe es aber noch keinerlei Kontaktaufnahme seitens des Kreises gegeben.

Wenige Informationen

 „Was wir wissen, das wissen wir aus der Zeitung“, sagte der Leiter der städtischen Abteilung Planen und Bauen. Das ist verwunderlich, Probleme sind vorprogrammiert. Denn: Wo eine Schule stand, kann nicht ohne Weiteres ein Verwaltungsgebäude gebaut werden. Dafür müssen erst die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, was im konkreten Fall nicht ganz einfach sein dürfte. 

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Für das Behördenviertel gilt nämlich noch der über 60 Jahre alte Bebauungsplan Nr. 1 der Stadt Altena. „An der weiteren Wirksamkeit dieses sehr alten Planes bestehen mittlerweile allerdings deutliche rechtliche Zweifel“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Vor diesem Hintergrund sehe er eigentlich nur zwei Möglichkeiten, sagte Balkenhol dem AK: Entweder stelle man einen Bebauungsplan beziehungsweise einen sogenannten Vorhaben- und Erschließungsplan auf oder die Stadt prüfe den Bauantrag – nach Paragraf 34 Baugesetzbuch. Darin heißt es:

§ 34 BauGB (Baugesetzbuch)

„ Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt (...) das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.“ 

In unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Kreisarchiv stehen alte, zum Teil denkmalgeschützte Villen und das prachtvolle Kreishaus eins, aber auch der eher schlichte Zweckbau, in dem Sozial- und Gesundheitsamt des Märkischen Kreises untergebracht sind. Was auf dem Hanggrundstück gebaut wird, prägt auf jeden Fall das Stadtbild sehr nachhaltig, hat man doch vom Burgberg und aus der Innenstadt freie Sicht auf diesen Standort.

Kreis hält alles für normal

Der Kreis selbst hält es übrigens für ganz normal, dass es noch keine Gespräche mit dem Bauamt der Stadt Altena gegeben hat. „Bei uns ist es üblich, erst den Kreisbauausschuss über Planungen zu informieren, bevor Gespräche mit der Stadt über die mögliche Umsetzung geführt werden“, teilte Kreispressesprecherin Ursula Erkens auf Anfrage mit.

Im November beschäftigte sich der Kreis-Bauausschuss zum ersten mal mit dem Thema Kreisarchiv, im März folgte eine weitere Beratung – dort wurde eine neue, bisher aber vom Kreis nicht veröffentlichte Planung vorgestellt. Sie sieht eine etwas aufgelockerte Gestaltung der beiden oberen Stockwerke vor.

Drei Etagen

Die drei Etagen darunter dienen der Unterbringung von Archivalien und sind deshalb fensterlos. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Überarbeitung des Entwurfs aus dem Schalksmühler Architektenbüro Bramey.Partner Architekten auch auf Interventionen aus Altena zurückzuführen.

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