Schnute ist „Lehrer“ auf vier Pfoten

von Johannes Bonnekoh - ALTENA - Nina Busbach, Lehrerin an der Breitenhagener Grundschule, gibt es „nicht ohne“. Gemeint sind damit ihre beiden Elo-Hunde, Schnute und Kasimir, die jedes der fast 200 Schulkinder beim Namen kennt. Denn die quirligen Vierbeiner gehen auch am Breitenhagen zur Schule – als „offizielle Schulhunde“, wie die Grundschulpädagogin sagt.

Schnute gestaltet sogar aktiv den sonderpädagogischen Förderunterricht mit. Der „Lehrer auf vier Pfoten“ verteilt Blätter oder Schnute zieht Karten. „Die Kinder lieben den Hund“, erläutert Nina Busbach.

Neu ist das Experiment, Tiere beim Lernen als beruhigendes oder sogar motivierendes Element einzusetzen, nicht. Auch in Altena gibt es mehrere Schulen, die ihren eigenen „Schulhund“ haben.

Gleichwohl: Rektor Jörg Schlüter und sein Vize Peter Messing haben sich derart vom Charme der Elos verzaubern lassen, dass sie jetzt für ihre Familien je einen eigenen Vierbeiner angeschafft haben. „Die Welpen sind sogar mit Schnute und Kasimir verwandt“, erläutern die Pädagogen lachend.

„Wenn ich die Tiere mit in den Unterricht nehme, verlangt das von allen große Disziplin“, wird Nina Busbach ernst. „Es muss still sein, still werden. Die Kinder müssen auch auf die Hunde eingehen. Die sind zwar sehr familienfreundlich und sozial, aber gibt es zu viel Lärm, verlasse ich mit ihnen das Klassenzimmer. Das begreifen die Jungen und Mädchen ganz schnell.“

Auch die Elternschaft ist natürlich in das „Experiment“ tierische Lehrpersonen einbezogen worden. „Wer einmal Schnute oder Kasimir gesehen und erlebt hat, weiß, wie gut die Tiere mit den Kindern können und wie gut sie ihnen auch im Wortsinne tun“, schwärmt die Sonderpädagogin über ihre Schützlinge.

Schnute ist für die junge Frau „ein richtiger Motivator.“ Sein Temperament, aber auch sein Lerneifer, sporne ganz besonders Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an, auch alles zu geben. Und während „Frauchen“ noch über den achtmonatigen Hund erzählt, hat der längst seine Nase unter einige Bänke gesteckt. „Tja, das muss Schnute auch noch lernen“, sagt Nina Busbach. „Da liegen keine Brote, auch wenn es vielleicht lecker riecht. Schnute, komm‘, jetzt ist Pause“, und der Elo trollt sich mit rollenden Augen in ihre Richtung, drückt die feuchte Nase in ihre Seite, ganz Charmeur eben.

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