Mit der Schnurre in die Vergangenheit

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Hans-Werner Turk nahm die Zuhörer der Friedrichs-Gemeinde mit auf eine Zeitreise mit der guten alten KAE.

Altena - Unter der Leitung von Hans-Werner Turk unternahm am Dienstagabend der Männerkreis der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede zusammen mit Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Rahmede und zahlreichen weiteren Interessierten eine spannende „nostalgische Eisenbahnfahrt mit der Schnurre“ durch den Kreis Altena.

Der „Reiseleiter“, der in Werdohl-Eveking – also an der Versestrecke – aufgewachsen ist und heute in Neuenrade wohnt, zeigte im Gemeindehaus Am Stockey historische Fotos aus eigener Sammlung, mit denen er manche Erinnerung an vergangene Schmalspurzeiten wachrief. Dazu gehörten Aufnahmen vom Altenaer Bahnhof, dessen Eröffnung am 1. Oktober 1887 die Durchschlagung des Tunnels an der Steinern Brücke vorausgegangen war.

Aber auch von der KAE-Werkstatt in Zum Hohle, ein Luftbild vom Verschiebebahnhof in Werdohl, Fotos von Personen- und von zum großen Teil offenen Güterwagen und von Loks mit den Männernamen Ernst, Alfred, Carl, Hermann, Gustav und so weiter. Bis auf Anna hatten nämlich alle Loks die Namen von Aktionären erhalten, die Geld in das Bauprojekt gesteckt hatten, das am 24. Mai 1886 von Kaiser Wilhelm mit einer Urkunde genehmigt worden war. Anhand einer Karte konnte man sich ein Bild von den Streckenverläufen machen, die von Altena nach Lüdenscheid durch das Rahmedetal und ab dem 15. Dezember 1887 durch das Versetal – von Werdohl bis Augustenthal – führten. Die Reststrecke zwischen Augustenthal und Lüdenscheid wurde am 1. April 1905 dem Verkehr übergeben.

Zwischen Werdohl und Lüdenscheid musste die „Schnurre“ 220,9 Höhenmeter überwinden, allein in der S-Kurve zwischen Peddensiepen und der Worth einen Höhenunterschied von 55 Metern. Auf der Versestrecke gab es zehn Fabrikanschlüsse. Im November 1925 wurde die 2,5 Kilometer lange Strecke Augustenthal-Brüninghausen in Betrieb genommen. „Platestahl“ musste dann nicht mehr mit Pferdefuhrwerken transportiert werden. Zu den genannten Strecken kam 1888 noch die durch das Hälvertal (von Schalksmühle nach Halver) hinzu, während der Plan, Herscheid an das Streckennetz anzuschließen, wieder aufgegeben wurde.

Neben romantischen Aufnahmen vom durchs Rahmede- oder Versetal dampfende Bähnchen, das einen Einwurf für Briefe hatte, zeigte Turk auch Bilder von mehreren Unfällen: 1914 verunglückte eine Bahn in Versevörde; in den dreißiger Jahren sprang eine Lok in Eveking aus den Schienen, und am Heiligen Abend 1950 stürzte eine Bahn nach einem Kupplungsschaden in die Rahmede. Besonders spektakulär war eine Notlandung einer Lufthansa-Maschine an der Strecke in Trempershof im Jahr 1932. Nach dem Vortrag, für den man sich bei Turk mit Applaus bedankte, nahm manch einer sich noch die von ihm verfassten schriftlichen Informationen über die KAE oder seine Dokumentation über den Kraftverkehr Mark Sauerland mit nach Hause.   -   Ih

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