Traditionsstammtisch in Altena

Schnapsdrosseln: Nächste Generation übernimmt

Die „Schnapsdrosseln“: 1974 lernten sich die Frauen (v. li.): Christel vom Brocken, Ingrid Gerdes, Sigrid Krohmann, Ulla Finkernagel und Anne Zimmermann beim Basteln fürs Schützenfest Altena kennen und gründeten den Stammtisch.
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Die „Schnapsdrosseln“: 1974 lernten sich die Frauen (v. li.): Christel vom Brocken, Ingrid Gerdes, Sigrid Krohmann, Ulla Finkernagel und Anne Zimmermann beim Basteln fürs Schützenfest Altena kennen und gründeten den Stammtisch.

„Wir haben viel Schnaps getrunken“ - und das sagt schon der Name des Stammtischs. Nun geben die „Schnapsdrosselln“ ihren Namen an die nächste Generation weiter.

Altena – Ein echter Traditions-Stammtisch bekommt neues Leben eingehaucht: Katharina Finkernagel, Henrike Hummert und Julia Czech übernehmen „die Schnapsdrosseln“, die ihre Anfänge im Jahr 1974 hatten. Angefangen hatte damals alles mit zehn Frauen. Deren Männer waren bei den Mühlendorfer Schützen aktiv.

„Wir sind beim Basteln der Fahnen und Wimpelketten fürs Schützenfest zusammengekommen“, erinnert sich Gründungsmitglied Ingrid Gerdes. Nach und nach entstand ein Stammtisch, der sich regelmäßig traf. Auch gemeinsame Fahrten standen an. Inzwischen wohnt Ingrid Gerdes in Bad Sassendorf. Fünf „Drosseln“ sind bereits leider verstorben.

Fahne mit Vogel auf Schnapsflasche

Doch der Zusammenhalt ist noch da. Nachträglich zu ihrem 80. Geburtstag hatte Gerdes am Donnerstag alte Freunde aus Altena in den Gasthof Spelsberg eingeladen. Darunter waren natürlich auch die verbliebenen Stammtisch-Mitglieder Anne Zimmermann, Ulla Finkernagel, Christel vom Brocken und Sigrid Krohmann.

Mitten auf dem Tisch stand die Schnapsdrossel-Fahne. Auf der ist ein Vogel abgebildet, der auf einer Wacholder-Flasche sitzt. „Wir haben unheimlich viel Schnaps getrunken“, erzählt Ingrid Gerdes, wie es damals zum Namen kam. Viel wichtiger sei aber die gemeinsame Zeit gewesen, erzählt Ingrid Gerdes mit einem Augenzwinkern.

Whatsapp-Gruppe brauchte neuen Namen

Und damit soll es weitergehen. Drei Frauen wollen den Stammtisch nun weiterführen. „Wir sind zusammen zur Schule gegangen“, erzählt Katharina Finkernagel. Inzwischen lebt nur noch sie in Altena. Ihre Freundinnen sind nach Düsseldorf und Bad Rothenfelde gezogen. „Wegen der Entfernung ist es schwer, sich regelmäßig zu treffen.“

Die nächste Generation Schnapsdrosseln: Katharina Finkernagel, Henrike Hummert und Julia Czech übernehmen den Namen für ihre Gruppe.

Mehrmals im Jahr nehmen sie es sich vor. 2019 ging es das letzte Mal für mehrere Tage nach Holland. Vor gut drei Wochen haben sich die Drei in Düsseldorf getroffen. „Wir halten Kontakt“, erzählt Finkernagel. Wichtig dafür: Die WhatsApp-Gruppe, die bis vor kurzem noch den Namen „An der Theke“ hatte.

Wie die Oma, so die Schwiegerenkelin

Hatte deshalb, weil sich Katharinas Mann, Timo Finkernagel, über den Namen lustig machte. Es müsse was Neues her, habe er gemeint. „Dann sind wir irgendwann bei ‚Schnapsdrosseln‘ gelandet“, erzählt Katharina Finkernagel. Schnell war klar: Den Namen gibt’s schon in Altena. Und mit Timos Oma, Ulla Finkernagel, war ein Familienmitglied auch beim Stammtisch dabei. „Ich habe dann mal gefragt, ob wir den Namen übernehmen können“, sagt sie.

Bei den Gründungsmitgliedern kam die Idee gut an. „Wir haben uns gefreut, dass wir gefragt wurden“, erzählen Ingrid Gerdes und Sigrid Krohmann im Gespräch. Wegen des Alters – Gerdes ist mit 80 die Jüngste – habe es zuletzt sowieso kaum Treffen gegeben.

Treffen, Fahrten, Geselligkeit

Bei den Neuen soll die gemeinsame Zeit bei Treffen und Fahrten im Mittelpunkt stehen. Nachholbedarf sei auf jeden Fall da. Und nicht fehlen sollen Besuche in der Altenaer Stammkneipe Taverne an der Lennestraße. Dann natürlich mit Schnaps, wie es sich für einen Stammtisch mit diesem Namen gehört.

Die WhatsApp-Gruppe haben die Drei schon umbenannt. Spätestens 2022 soll es ein Treffen der neuen und alten Schnapsdrosseln geben, sagt Finkernagel. Dann wird auch die Fahne offiziell an die nächste Generation Schnapsdrosseln übergeben.

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