Schließung Kita Nettenscheid: Eltern gefasst

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Die Eltern des Nettenscheids machen mit einer Initiative für ihre Kinder weiter.

ALTENA - „Wir können nur gestalten mit dem, was wirklich verfügbar ist!“ – So brachte Pfarrer Uwe Krause als Trägervertreter der Kindertagesstätte auf dem Nettenscheid die Schließung der Einrichtung zum Sommer 2013 auf den Punkt.

Elf Eltern hörten Donnerstag Abend im Bürgerzentrum Nettenscheid, was Wolfgang Friess als Fachbereichsleiter Jugend der Stadt Altena und Pfarrer Uwe Krause zum Auslaufen des Kindergartens zu sagen hatten. Mit Mario Westphal (SPD) und Ulrich Biroth (Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft) waren aber auch zwei Kommunalpolitiker vom Nettenscheid selbst anwesend. Sie alle trafen auf gefasste Eltern, die durch die entsprechenden Beschlüsse des Jugendhilfeausschusses vorbereitet waren. Gleichwohl existiert immer noch die Elterninitiative Nettenscheid, die sich zum Ziel gesetzt hat, weiter etwas im Sinne der Kinder zu bewegen und wird das auch tun.

Wolfgang Friess sprach von einem traurigen Versammlungsanlass, räumte ein, dass man gerade den Kleinsten einen Einrichtungswechsel nicht gerne zumute. „Leider wird es aber so sein, dass sie das als Schulkinder noch häufig erleben werden, wenn sich immer wieder die Bezugspersonen ändern“. Er bot noch einmal an, die zwölf betroffenen Kinder im Anmelde- bzw. Ummeldeverfahren bevorzugt zu behandeln. Ihm schwebe vor, das bereits im Dezember zu ermöglichen. Stadtweit geschähe das erst ab Mitte Januar 2013. Auch für die nächsten Jahre, so sagte er weiter, würde der Nettenscheid „vorrangig bedient, das verspreche ich.“

Dahle, Evingsen und die Heimecke sind KiTa-Einrichtungs-Alternativen für die Kinder. Wobei viele Eltern offenbar mit Evingsen liebäugeln, weil hier wohl auch ihre Kinder eingeschult werden. „Wenn es die Schule dann noch gibt“, sagte eine Mutter bitter.

„Sie werden weite Wege gehen müssen, keine Einrichtung ist mehr fußläufig zu erreichen“, sagte Friess und kündigte an, dass es „keinesfalls Bus- oder Taxilinien geben werde.“ Die Stadt dürfe keine freiwilligen Leistungen erbringen. „Wir haben absolut keinen Raum für finanzielle Zuschüsse.“ Auf die Vorhaltung, die Stadt spare mit der Aufgabe einer eingruppigen Einrichtung rund 10 000 Euro im Jahr ein, sagte Friess, das sei bereits im Haushaltssicherungskonzept eingeplant. Elternsprecher Rosenbaum: „Dann müssen wir wohl an den politischen Raum heran treten“. Friess konterte, Versprechungen zu machen, sei leicht. Aber die Chancen stünden auch dann äußerst schlecht.

Noch einmal sagte Pastor Uwe Krause: „Die Zahlen hier waren nicht zusammen zu bringen.“ Als Träger sei die Belastung nicht mehr stemmbar gewesen. Friess appellierte an die Eltern, mit denen sowohl er als auch Pastor Krause in eine lebhafte Debatte eintrat: „Der Gemeinschaftsgeist vom Nettenscheid ist gefragt, gegenseitige Hilfe. Anders geht es nicht.“

von Johannes Bonnekoh

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