Deutsche Bank schließt bis Ende 2021

Schließt zweite Großbank ihre Filiale in Altena?

Commerzbank und Deutsche Bank in Altena
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Die Commerzbank und die Deutsche Bank in Altena

Die Deutsche Bank schließt ihre Filiale in Altena. Nun gibt es Hinweise, dass eine zweite Großbank folgen könnte.

Altena – Zieht sich nach der Deutschen Bank jetzt auch die Commerzbank aus Altena zurück? Das befürchten deren Kunden, nachdem die Commerzbank-Filiale am Ende der Lennestraße pandemiebedingt seit mehr als einem Jahr geschlossen ist und nur Geld- und Überweisungsautomaten erreichbar sind.

Neuerdings weist ein Aushang darauf hin, dass die für Altena zuständige Kundenberaterin am Commerzbank-Standort Lüdenscheid zu erreichen ist. Kunde Roman Becker befürchtet, dass das Aus für die Filiale an der Kirchstraße bedeutet. Ihm sei schon vor Monaten nahegelegt worden, sein Schließfach aufzugeben, berichtet er.

Commerzbank will 10.000 Stellen abbauen

Das würde zu Ankündigungen des Commerzbank-Vorstandsvorsitzenden Manfred Knof passen. Der kündigte im Januar an, insgesamt 10 000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen und dafür jede zweite der jetzt noch verbliebenen 790 Filialen in Deutschland zu schließen. Schon in der Vergangenheit hatte das Unternehmen Stellen abgebaut: Ende 2000 war die Commerzbank noch an fast 1000 Standorten präsent.

Birgit Müller aus der Commerzbank-Pressestelle in Dortmund hält sich auf Anfrage bedeckt: Sie erinnert daran, dass die Filiale schon seit einem Jahr coronabedingt geschlossen ist und das den Kunden SB-Services wie Geldein- und Auszahlautomat sowie Kontoauszugsdrucker wie gewohnt zur Verfügung stünden.

Commerzbank: Vage Aussagen

Auch der Kundenpost-Briefkasten werde täglich geleert. „Bei Beratungsbedarf sind vertraute Kundenberater telefonisch oder per E-Mail für die Kunden erreichbar“, schreibt die Sprecherin. Nach vorheriger Terminabsprache erhalten Kunden selbstverständlich auch Zugang zu den Kundenschließfächern.

„Ob die Filiale Altena im Rahmen der aktuellen Commerzbank-Strategie perspektivisch zu einer der Schließungsfilialen gehören wird, ist noch nicht entschieden. Diese Planung wird zunächst mit unseren Arbeitnehmergremien besprochen“, heißt es in dem Statement der Commerzbank-Pressesprecherin.

Wie geht‘s weiter für Kunden?

Sollte es zur Schließung der Commerzbank kommen, dann stünde auch die Frage im Raum, wie Kunden von Deutscher Bank und Commerzbank in Altena an Bargeld kommen oder Geld einzahlen können. Theoretisch könnten sie das in den Filialen der Volksbanken und Sparkassen tun, die von Kunden fremder Banken aber vergleichsweise hohe Gebühren verlangen.

Denkbar wäre auch, dass eine der beiden Banken in Altena weiterhin einen Automatenstandort betreibt. Deutsche Bank und Commerzbank bilden mit der Postbank und der HypoVereinsbank die sogenannten Cash Group. Alle Kunden der vier Institute können kostenfrei die bundesweit etwa 9000 Geldautomaten aller Cashgroup-Partner nutzen.

Deutsche Bank hat Räume noch nicht gekündigt

Bleibt also ein Geldautomat, wenn die beiden Banken gehen? In Sachen Deutscher Bank ist das völlig offen: Was er wisse, wisse er aus der Zeitung, sagt Baugesellschafts-Vorstand Manfred Haupt. Die ABG ist Vermieter der Altenaer Filiale der Deutschen Bank. Im Moment wird zwischen den beiden Eingängen der benachbarten Unternehmen ein Brunnen gebaut.

Dazu habe es natürlich Abstimmungsgespräche mit der Deutschen Bank gegeben. Kein Sterbenswörtchen sei dabei in Sachen Filialschließung gesagt worden, sagte Haupt auf Anfrage. Es liege auch noch keine Kündigung der Geschäftsräume vor.

Sparkasse profitiert von Schließung

Die Filiale der Deutschen Bank war 2013 umfangreich modernisiert worden, die Baugesellschaft beteiligte sich damals an den Kosten, beispielsweise für eine neue Lüftungsanlage und für einen barrierefreien Zugang.

Die Ankündigung der Deutschen Bank, sich im Laufe des Jahres aus Altena und auch aus Plettenberg zurückzuziehen, hat bereits die ersten Kundenreaktionen hervorgerufen: „Wir haben sowohl in Altena als auch in Plettenberg Anfragen von Kunden der Deutschen Bank, die mit ihrer Bankverbindung zu uns wechseln wollen“, berichtet Sparkassensprecher-Pressesprecher Tomislav Majic.

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