Schlag gegen kriminelles Milieu

Ein Polizeifoto dokumentiert den Zugriff der SEK-Kräfte.

ALTENA ▪ Die Handschellen klickten um 9 Uhr morgens, zur besten Einkaufszeit. Im Zusammenhang mit dem Mord an dem Kölner Gastwirt Umberto S. am 6. Dezember 2006 in Köln-Deutz hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Dienstag gegen 9 Uhr in Gevelsberg auf dem Parkplatz eines Baumarktes an der Hagener Straße einen 47-jährigen italienischen Gastwirt festgenommen.

Der Mann wird dringend verdächtigt, den Auftrag für das Kölner Verbrechen an den Täter weitergeleitet zu haben. Wegen dieses Mordes war der 48-jährige Neuenrader Michael P. am 17. Dezember vergangenen Jahres vor dem Landgericht in Hagen zu lebenslänglicher Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er hatte die Tat gestanden und Angaben zu seinen Auftraggebern gemacht.

Die weiteren Ermittlungen der Dienststelle für Organisierte Kriminalität im Hagener Polizeipräsidium führten nun dazu, dass der Gevelsberger Gastwirt in den Fokus der Beamten geriet – und das Gericht einen entsprechenden Haftbefehl erließ.

In dem Hagener Prozess hatte sich der Angeklagte mit einer sehr langen und detaillierten Aussage zu seiner Verstrickung ins kriminelle Milieu bekannt. P., angeklagt wegen zweifachen Mordes, hatte gestanden, dass hinter beiden Taten letztlich Aufträge aus diesem Milieu gestanden hatten. So sei es bei dem Mord an dem Kölner Pizzeria-Besitzer darum gegangen, dass dieser „jemandem im Weg stand.“ Bei der länger zurückliegenden ersten Tat – dem so genannten „Muckebeutel-Mord“ – war es das Ziel des Angeklagten, persönliche Dokumente, Sparbücher oder Rentenunterlagen in die Hände zu bekommen. Bei dem Einbruch in die Seniorenwohnung war er überrascht worden. ▪ tk

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