Schlag mit Eisenstange nach Familienstreit

ALTENA - Der Familienstreit eskalierte. Am letzten Juli-Sonntag des vergangenen Jahres soll ein heute 46-Jähriger Mann ohne triftigen Grund seinen Sohn mit einer Eisenstange auf den Hinterkopf und die Kehle geschlagen haben. Die Wunden des jungen Mannes mussten genäht werden.

Verhandelt wurde dieser Vorwurf gestern dennoch nicht vor dem zuständigen Altenaer Amtsgericht. Der Beschuldigte erschien nicht, er wohnt inzwischen wieder im heimatlichen Italien. Allerdings war Rechtsanwalt und Notar Ralf Lengelsen als Verteidiger gekommen.

Strafrichter Dirk Reckschmidt verzichtete im Einvernehmen mit der Staatsanwältin auf das Verlesen der Anklageschrift. Auch den anwesenden Zeugen blieb eine Vernehmung und Schilderung der Tatumstände jenes 29. Juli 2012 aus ihrer Sicht erspart. Stattdessen schlug der Richter vor, einen Strafbefehls nach Paragraf 408 a Strafgesetzbuch zu erlassen.

Nach Zustimmung des Verteidigers wurde der Italiener in Abwesenheit deshalb gestern zu zehn Monaten Haft mit einer dreijährigen Bewährungsfrist verurteilt. Auf weitere Auflagen verzichtete das Gericht, auch in Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft. Die hatte ihrerseits die Ladung an den Beschuldigen bereits am 20. November 2012 auf den Weg gebracht. Damit wurde der Fall, der noch im Vorraum des Gerichtssaales unter den Zeugen diskutiert worden war, nicht im Detail aufgerollt und besprochen.

Offen blieb damit auch, warum der Mann auf sein Kind einschlug und woher er plötzlich an jenem Abend des vergangenen Sommers die Tatwaffe her hatte.

Dem Mann bleibt jetzt, den Strafbefehl zu akzeptieren oder dagegen Widerspruch einzulegen. Wenn er das tut, würde das ganze Verfahren noch einmal aufgerollt. Dann müsste das Gericht auch noch einmal die Zeugen hören, um sich abschließend ein neues Urteil zu bilden.

Ralf Lengelsen wird seinen Mandanten unterrichten und ihm den Rat geben, den Ausgang des Verfahrens zu akzeptieren.

von Johannes Bonnekoh

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