Schirrmanns-Ideen beflügeln Chinesen

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Eine Delegation aus China besuchte Burg Altena und die erste Jugendherberge der Welt.

ALTENA - Die Mitgliedskarte des chinesischen Jugendherbergswerks nennt Dr. Andreas Hollstein seit gestern sein Eigen. Das Besondere: Sie ziert, wie alle Flyer des Verbandes, die Burg Altena als Signet. Damit erweisen die Chinesen dem Gründer der Weltjugendherbergs-Bewegung, Richard Schirrmann, die Ehre.

Gestern besuchte eine 12-köpfige Gruppe unter Führung von Yin Chen, der Leiterin des chinesischen Jugendherbergswerkes, die Burgstadt. Insgesamt neun Tage waren die Frauen und Männer aus dem Land der Mitte in Deutschland. Sie erkundeten dabei sowohl Bayern, als auch einige der Neuen Bundesländer. Allerdings wollten sie nicht zurück in die Heimat fliegen, ohne am Grab von Richard Schirrmann und in der ersten Jugendherberge der Welt auf Burg Altena gewesen zu sein.

Eine hohe Ehre, wie Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein launig anmerkte. Er suchte den intensiven Gedankenaustausch mit der Gruppe, die sowohl regionale Jugendherbergsmananger, als auch Herbergseltern in ihren Reihen hatte. „Wir wollen lernen. Wo kann man das besser als dort, wo es begann?“, fragte Yin Chen. Sie war – wie alle Gruppenmitglieder – über die Vita Schirrmanns und seiner Helfer und Mitstreiter, aufs Beste informiert.

Vor Ort interessierten sich die Gäste aus China, wo es erst seit zwölf Jahren Jugendherbergen gibt, besonders für die Werbung, die Ausstattung hier und die Alltagspraxis. „Wir haben vielleicht 5 000 eingeschriebene Mitglieder, noch nicht viel“, so Yin Chen. „Aber China lernt schnell.“ Das bewies sie an der Tatsache, dass es vor 12 Jahren nur drei, heute aber schon 188 Jugendherbergen im Land gibt. „Besonders junge Leute reisen bei uns sehr gern. Sie sind aber nicht so vermögend, da ist die Idee Schirrmanns genau das Richtige“, meinte sie.

In Guangdong entstand übrigens die erste chinesische Jugendherberge und nicht im rund 1 500 Kilometer entfernten Peking. „Wir werden auch die Führung unseres Landes von der guten Idee überzeugen, so zu sagen vom Land aus“, gab sich Yin Chen sehr optimistisch, dass das Wachstum weiter geht. Dr. Andreas Hollstein lud die umtriebige Frau, die bereits sechs Mal in Deutschland war, ein, „beim nächsten Besuch drei Tage bei uns Station zu machen. Das regele ich dann schon für Sie.“

von Johannes Bonnekoh

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