Schilderträger der Kompanien fiebern der Schützensaison entgegen

ALTENA „Ich trage das Schild für unseren Zug“, berichtet Thorben. Genau das hat sein Vater Andreas Olbrich als Jugendlicher auch gemacht. Beide gehören zum Zug 1 der Kompanie Nette. „Man sollte sich schon engagieren, wenn man dabei sein möchte“, meint Thorbens Vater – er ist mittlerweile Scheffe.

Wird marschiert, marschiert der Schildträger an der Spitze seines Zuges. Das aufwändig bemalte Holzschild, das er trägt, kündigt an, um welchen Zug es sich handelt. „Ich bin im Zug Muckebeutel, Kompanie Freiheit“, erklärt Fabian. Sein Zugführer hat ihn gefragt, ob er diesen Job übernehmen will und Fabian hat nicht lange überlegt. „Es ist schon eine Ehre, das zu machen.“ Das Marschieren übt er bereits seit mehreren Jahren: Seit er neun ist, darf er am Kronenabend im Zug mitlaufen. „Du darfst nicht zu schnell gehen und du musst aufpassen, dass du dich mit den Füßen nicht vertust“, weiß Fabian, „dann klappt’s auch.“ Und wenn er sich doch mal vertut, dann konzentriert er sich auf den Schritt des Vordermanns und findet schnell wieder den richtigen Takt.

„Der linke Fuß muss immer beim Paukenschlag auftreten“, diese Faustregel kennt auch Thorben. Schon immer hat ihn das Marschieren der Schützen begeistert. „Es ist sehr feierlich, das hat was.“ Er freut sich schon auf’s Schützenfest. Das einzige, was ihm noch fehlt, ist die grüne Schützenmütze. „Aber, die bekomme ich bald – vielleicht sogar die alte von Papa.“

Die gibt es für Fabian allerdings nicht, denn das gute Stück setzt sein Vater Michael selber auf. Also wird am 7. Juni auf Fabians Kopf, leuchtend grün, eine neue Mütze sitzen. Aber wenn die erstmal getauft ist, sieht sie fast so gut aus wie die vom Papa. Und ein Anzug für Fabian muss auch noch her – der von der Konfirmation passt nicht mehr.

Für sein erstes „richtiges“ Schützenfest wünscht sich Fabian, dass wieder viele Menschen zusammen feiern und Spaß haben. Und als neuer Schildträger hofft er, „Dass alles klappt und ich nichts falsch mache.“

Wer in der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft irgendwann einmal mehr sein möchte als einfach nur Schütze, der fängt am besten früh an. So wie Thorben Olbrich und Fabian Wefer. Für die beiden Jungs ist dieses Schützenfest das erste, an dem sie offiziell teilnehmen dürfen. Zudem übernehmen sie eine wichtige Aufgabe.

von Ilka Kremer

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