Schick diskutiert mit Schülern

Medienerziehung braucht mehr Zeit

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Thorsten Schick suchte  das Gespräch mit den Medienscouts des Burggymnasiums.

Altena  -  Freitag war „Tag der Medienkompetenz“. Das Grimme-Institut hatte aus diesem Anlass Landtagsabgeordnete aus allen Parteien darum gebeten, sich dieses Themas anzunehmen. Für Thorsten Schick (CDU) war das eine Selbstverständlichkeit – immerhin war er lange medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion, aktuell koordiniert der gelernte Journalist aus Iserlohn die Medienpolitik der Bundes-CDU.

Das Burggymnasium sei in seinem Wahlkreis ein besonders lohnendes Ziel, hatte Schick vom Grimme-Institut erfahren. Also traf er sich gestern mit den Medienscouts der Schule und Sabrina Bräunig, die im BGA-Kollegium das Amt der Medienbeauftragten innehat. Was machen Medienscouts? Dazu hatten die Schüler eine Präsentation vorbereitet. 

„Peer Education“ ist im Zusammenhang mit der Medienerziehung am Gymnasium ein wichtiges Stichwort. Das bedeutet: Schüler lernen da von Schülern – die seien näher dran am Thema, erklärte Schulleiter Hans Ulrich Holtkemper. In den Klassen fünf bis sieben stehen verschiedene Workshops auf dem Plan, in denen es um Sicherheit im Internet, Computerspiele, Handys, Cybermobbing und soziale Netzwerke geht. In den oberen Klassen ist es dann vorbei mit der digitalen Bildung. 

Wer es bis zum Alter von 13 oder 14 Jahren nicht gelernt habe, der werde es auch nicht mehr lernen, sagte einer der Medienscouts. Den Abschluss der Medienerziehung am BGA bildet in der siebten Klasse ein Theaterstück, das sehr drastisch mögliche Folgen von Cybermobbing verdeutlicht. Auf dieses Stück müssen die Schüler vorbereitet werden, auch das ist Sache der Medienscouts. 2016 wurden an der Schule die ersten Medienscouts ausgebildet. 

Das BGA nutzte damals ein Angebot der Landesanstalt für Medien, die im ganzen Land eintägige Workshops für Schüler anbot, die anschließend als Multiplikatoren eingesetzt werden. Es sei aber gerade angesichts des schnellen Wandels in der digitalen Welt wichtig, sich ständig fortzubilden, sagte einer der Medienscouts und berichtete, dass er eine Schulstunde zu diesem Thema gut und gerne eine Woche lang vorbereite. Holtkemper ließ keinen Zweifel daran, dass Medienkompetenz für Schulen ein großes Thema sei und dass man sich vor allem in der Unterstufe damit beschäftigen müsse. 

Es sei „teilweise ganz schlimm, wie Kinder in den Eingangsklassen im Social Media-Bereich ausgegrenzt werden“, sagte der Schulleiter und beklagte, dass „G9“, also die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren, die Sache nicht unbedingt erleichtere. Die Stundentafeln, die dafür in der Diskussion seien, sähen nämlich eine Reduzierung der Verfügungsstunden vor. Gerade die hätten aber Gelegenheit geboten, sich mit dem Thema Medienkompetenz zu beschäftigen.

Die Medienscouts gehen noch ein Stück weiter: Man müsse überlegen, ob digitale Bildung nicht ein reguläres Schulfach werden müsse, sagte einer von ihnen. Die Medienbeauftragte stimmte indirekt zu: Die Schüler nutzten selbstverständlich digitale Medien – „aber es hat ihnen nie jemand gezeigt, wie man sicher damit umgeht“, sagte Sabrina Bräunig. Dieses Anliegen nehme er mit nach Düsseldorf, versprach Thorsten Schick und startete eine kleine Umfrage unter den Schülern. 

Ergebnis: Wenn sie sich informieren wollen, dann nutzen sie in erster Linie das Internet. Es folgt Gedrucktes, also Zeitungen und Bücher, Fernsehen lag abgeschlagen auf Rang drei. Beim CDU-Medienexperten warf das die Frage auf, warum es für Fernsehen und Zeitungen Kontrollorgane gibt, während im Internet jeder machen dürfe, was er wolle.

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