Nach Vorschlägen des NRW-Gesundheitsministers

Seniorenheim: Zurückhaltende Lockerungen

Das Ellen-Scheuner-Haus in Altena kehrt vorsichtig zum Alltag zurück. Es herrschen weiter strenge Regeln.
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Das Ellen-Scheuner-Haus in Altena kehrt vorsichtig zum Alltag zurück. Es herrschen weiter strenge Regeln.

Ein schönerer Alltag gern, aber alles mit Sicherheit und Schutz: Im Ellen-Scheuner-Haus in Altena ist man vorsichtig mit den angekündigten Lockerungen für Seniorenheime, die der NRW-Gesundheitsminister gerne hätte.

Altena – Petra Winkler, Einrichtungsleiterin des Ende 2020/Anfang 2021 von einem Corona-Ausbruch hart getroffenen Ellen-Scheuner-Hauses in Altena und des Perthes-Hauses in Nachrodt, betont, dass man selbstverständlich weiterhin „alle Vorkehrungen“ zum Schutz von Bewohnern und Mitarbeitern treffen werde.

„Letztlich sind wir ja nicht hermetisch abgeschottet von der Welt da draußen.“ Mitarbeitende werden weiter regelmäßig getestet, Besucher müssen sich ebenfalls weiterhin testen lassen. Im persönlichen Kontakt mit Bewohnern, die über einen vollständigen Impfschutz verfügen, dürfen die negativ getesteten Besucher nach der neuen Corona-Schutzverordnung nun aber die Maske ablegen.

Bewegung, Spielen, Gedächtnistraining für Bewohner

„Es ist uns ein großes Anliegen, für unsere Bewohner einen guten und schönen Alltag zu schaffen. Zum Beispiel mit Bewegungsangeboten, Spielen oder Gedächtnistraining. Dabei ist es aber wichtig, Sicherheit zu haben“, so Winkler.

So reagiert das Ellen-Scheuner-Haus auf die Lockerungen für Seniorenheime in NRW. Nach dem Willen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sollen die Pflegeeinrichtungen ein Stück weit zur Normalität zurückkehren.

Dass das Leben von den Bewohnern nach harten Pandemie-Monaten „wieder schöner“ werden soll, wie es Karl-Josef Laumann formuliert hatte, versteht Ralf Lohscheller, Geschäftsbereichsleiter für die Perthes-Altenhilfe Süd und damit Vorgesetzter für die Perthes-Seniorenheime im Märkischen Kreis, sehr gut. Dennoch dürfe man jetzt nicht so tun, als wäre es nach den Impfungen in den Senioreneinrichtungen wie vorher und die Gefahr gebannt.

Gemeinsame Aktivitäten nur in kleinen Gruppen

Bei gemeinsamen Aktivitäten wie dem Singen wäre er persönlich „eher zurückhaltend“, auch mit Impfschutz. „Wir bringen die Bewohner in kleinen Gruppen zusammen“, sagt Ralf Lohscheller. bei dem im Bezug auf die Lockerungen in Seniorenheimen trotz der gewissen Sicherheit durch die Impfungen eine leichte Skepsis herauszuhören ist: „Wir müssen vorsichtig bleiben.“ Die großen Speisesäle in den Einrichtungen der Perthes-Seniorenheime jedenfalls hätten noch nicht alle wieder geöffnet, wo es geht, werde in kleinen Gruppen zusammen gespeist.

Der Schutz der besonders vulnerablen Gruppen macht zwar große Fortschritte (zum Vergleich: Am 23. Dezember 2020 waren im MK noch noch 269 Bewohner in Pflegeeinrichtungen mit dem Coronavirus infiziert). Obwohl die Impfungen in den stationären Altenpflegeeinrichtungen im Märkischen Kreis abgeschlossen und die Infektionen in den Seniorenheimen deutlich gesunken sind, besteht offensichtlich dennoch weiterhin das Risiko einer Erkrankung, wie die Zahlen im Kreis zeigen.

Nicht alle Bewohner und Mitarbeiter geimpft

Ralf Lohscheller weist darauf hin, dass in den Senioreneinrichtungen aus verschiedenen Gründen ja „nicht alle Bewohner und Mitarbeitende gegen das Coronavirus geimpft“ worden seien. Außerdem würden in den Einrichtungen zum Teil auch neue Bewohner einziehen, die noch nicht geimpft worden sind oder noch nicht den vollen Impfschutz genießen.

Lohscheller begrüßt die getroffene Regelung, dass bei sechs neuen Bewohnern in einer Einrichtung ein mobiles Impfteam ausrückt und das Vakzin verimpft, zudem könnten mobile Bewohner weiterhin einen Termin im Impfzentrum erhalten.

Masken werden weiterhin getragen

Generell aber bleibt für Ralf Lohscheller, der auf die „hohe Ansteckbarkeit durch die Mutationen“ hinweist, daher Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Die Einhaltung von Hygenie- und Schutzmaßnahmen bleiben wichtig und nötig. „Wir werden es in unseren Einrichtungen weiterhin professionell angehen“, sagt der Geschäftsbereichsleiter für die Perthes-Altenhilfe Süd aus voller Überzeugung.

„Unsere Mitarbeiter, ob geimpft oder nicht, tragen weiterhin Masken“, betont Lohscheller, zudem werde weiter penibel auf die Einhaltung der erforderlichen Maßnahmen geachtet, um den Eintrag von Coronaviren zu erschweren und alle Bewohner und Personal bestmöglich zu schützen.

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