„Altena: Das gibt’s wirklich?“

„Ich wollte die Stadtführung über die Schauplätze eines Romans in jedem Fall noch anbieten, bevor die Verfilmung ausgestrahlt wird“, so Stadtführerin Sigrid Hohmann.

Am Ende des Spaziergangs und zwei heftige Regenschauer später wird sie auch noch sagen, dass es eigentlich sehr schade sei, dass der Film nicht an den Originalschauplätzen, sondern in Tschechien gedreht worden sei. Dem Interesse an dem Buch und seinen Orten in der Burgstadt tat dies allerdings keinen Abbruch. Durch die Popularität des Romans, so sei es ihr zugetragen worden, hätten Menschen sie in Süddeutschland gefragt: „Altena: Das gibt’s wirklich?“ Und so hatte sich am vergangenen Samstag am Parkplatz „Langer Kamp“ eine große Gruppe eingefunden, um einige der Schauplätze des Romans „Unsere wunderbaren Jahre“ des Autors Peter Prange aufzusuchen. 

Die Geschichte beginnt am 20. Juni 1948: dem Tag der Währungsreform. Auf jede der Hauptpersonen, also für die ungleichen Schwestern Ruth, Ulla und Gundel - Töchter des Fabrikanten Wolf - und auch für Tommy, Benno und Bernd, wartet eine Startsumme in Höhe von 40 D-Mark. Was die Figuren mit diesem Geld anstellen, wird sich über mehrere Jahrzehnte bis ins Jahr 2001 erstrecken, als mit dem Euro erneut eine Währung eingeführt wurde. Auch Christian Klimpel ist an diesem Tag mit seiner Mutter Anne Klimpel-Gehrmann dabei. „Das Buch hat mich schon sehr gepackt“, so Klimpel. In der Familie habe er sich dann über die Schauplätze und Figuren ausgetauscht. 

Die Gaststätte „Zum schwarzen Raben“ taucht immer wieder als Schauplatz des Romans auf. Innerhalb der Erzählung beschreibt der Autor, dass die holzgetäfelten Wände vom „Tabakqualm all der Zigarren, Pfeifen und Zigaretten, die Generationen von Fabrikarbeitern, Handwerkern und kleinen Ladeninhabern hier geraucht hatten, fast schwarz“ geworden waren. Über deren Zustand konnten sich die Teilnehmer der Führung allerdings nicht selbst ein Bild machen. Die Lokalität ist leider geschlossen. Über den Roman hat die gebürtige Altenaerin Ursula Müller wieder den Kontakt in ihre Heimatstadt geknüpft. „Mit elf Jahren bin ich von hier weggezogen. Das war 1971.“ Die Tochter habe ihr dann den Roman und auch diese Stadtführung geschenkt. „Wenn ich hier bin, schwelge ich wieder in Erinnerungen.“ 

Die Tour endet nach zwei Stunden im Foyer des Burgaufzuges. Dort findet sich im Roman auch eine Hochzeitsgesellschaft ein. Allerdings bevor das Bauwerk tatsächlich vollendet wurde.

Weitere Termine Die Stadtführung „Schauplätze eines Romans“ findet an zwei weiteren Terminen statt: am Sonntag, 8. März, um 14 Uhr und am Sonntag, 22. März, um 15 Uhr. Treffpunkt ist am Langen Kamp. Anmeldung unter 0 23 52/3 37 09 44 oder per E-Mail an tourismus@altena.de.

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