Schandfleck auf dem Nettenscheid: Hochhaus-Komplex kann nicht einfach abgerissen werden

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Die Hochhäuser auf dem Nettenscheid sind ein Sorgenkind der Stadt.

Altena – Der Schandfleck auf dem Nettenscheid beschäftigt die Stadt nach wie vor. Einfach abgerissen werden, kann er aber nicht.

„Gar keine Frage: Die Situation des maroden Hochhauskomplexes auf dem Nettenscheid ist unbefriedigend.“ Das sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein im Ausschuss für Stadtentwicklung. 

CDU-Ratsherr Uwe Scholz hatte zuvor angeregt, dass sich Altena Dortmund zum Vorbild nehmen sollte. In Dortmund hatte die Stadt nach und nach alle Wohnungen eines als „Horrorhaus“ bekannt gewordenen Hochhauses in der Nordstadt von den Eigentümern abgekauft. Jetzt, 17 Jahre nach der Sperrung des maroden Gebäudes, kann dieses endlich abgerissen werden. 

Kein Vergleich mit Dortmunder Hochhaus

Dortmund sei keineswegs ein Vorbild für Altena, „die Situation dort ist nicht auf unseren Ort zu übertragen“, sagte Hollstein und nahm seinem Parteifreund den Wind aus den Segeln. Zwar sei es richtig, dass Dortmund einen entsprechenden Städtefördertopf angezapft habe und mehr als neun Planer über Jahre allein mit diesem Vorhaben beschäftigte, „aber die Eigentumsverhältnisse, der dortige Bebauungsplan und die mögliche Nachnutzung sind in keiner Weise auf Altena zu übertragen“. 

Natürlich kenne die Verwaltung den Fall genau und habe sich auch informiert. „Wir haben das im Auge, ich warne aber davor, ein neues Fass aufzumachen. Wir würden tief in die roten Zahlen gelangen. Ich glaube nicht, dass das Land das mitmachen würde“, warnte er. Hollstein erinnerte daran, dass am Nettenscheid in einigen Häusern noch Mieter wohnten. 

Gefahr vieler Privatinsolvenzen

Zudem sei die Eigentumsfrage „völlig unübersichtlich“. Viele Besitzer von Eigentumswohnungen dort wären nach seiner Einschätzung eben nicht bereit, ihr Eigentum für einen symbolischen Betrag zu verkaufen. „Ich fürchte, dann müssten viele die Finger heben, rutschten in die Privatinsolvenz. Und nur, um uns einen Gefallen zu tun. Ich sehe da wenig bis gar keine Chancen.“ 

Stadt muss oft einspringen

Der Bürgermeister machte auch deutlich, dass die Sicherung des Gebäudes in erster Linie Sache der Eigentümer sei. Doch vieles werde auf die Stadt abgewälzt. „Wir haben damit wenig zu tun. Trotzdem haben wir oft verbrettert, verschlossen, alles dichtgemacht. Ganz oft vergebens. Der Nettenscheid bleibt für uns eine Daueraufgabe. Bitte über- und unterschätzen Sie das als Ausschuss nicht. Wir haben das, das kann ich versprechen, wirklich im Blick."

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