Sauerlandhalle: Trotz Kälte über 100 Grad im Kollektor

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Thorsten Stahlschmidt (hinten) und Konstantinos Viliagkas installierten die Anlage.

ALTENA - Offiziell geht sie heute in Betrieb, inoffiziell war‘s gestern schon muckelig warm in den Solarkollektoren, die neuerdings auf dem Dach der Sauerlandhalle stehen. Deutlich über 100 Grad zeigte die Steuerung der Solaranlage an, Tendenz deutlich steigend – trotz eisiger Temperaturen um den Gefrierpunkt.

„Natürlich“ liefere die Anlage auch an einem sonnigen Wintertag wie gestern reichlich warmes Wasser, versichert Thorsten Stahlschmidt von der Firma Jungkurth. Er hat die Anlage gemeinsam mit seinen Kollegen installiert und dafür reichlich Kupferrohr verlegt und mehrere Pumpen verbaut. „Das Schlimmste waren aber die Speicher“, berichtet er – sie passten nicht durch die Tür, die Zarge musste aus- und wieder eingebaut werden..

Drei gut isolierte Kessel wurden in den Heizungskeller der Turnhalle geschafft, jeder fasst 500 Liter – anderthalb Kubikmeter heißes Wasser kann also gespeichert werden. Es handelt sich um eine reine Brauchwasseranlage, die das Warmwasser für die Duschen der Halle liefert. Die Stadt hat ausrechnen lassen, was das bringt: „Deutlich über 20 000 Kilowattstunden“, berichtete der Bürgermeister in der Ratssitzung am Montag. Das entspricht dem durchschnittlichen Energieverbrauch eines gut gedämmten Einfamilienhauses.

Allerdings bekäme der durchschnittliche Häuslebauer eine Anlage dieser Dimension wahrscheinlich kaum aufs Dach: Drei Kollektoren-Felder mit einer Gesamtfläche von 65 Quadratmetern hat die Stadt aufs Dach der Turnhalle bringen lassen. Sie stehen in fast perfekter Südausrichtung auf einem Absatz des Daches und sind vom Parkplatz aus gut zu erkennen.

Billig war das Ganze nicht: 66 000 Euro wird die Stadt insgesamt ausgeben, weil im Heizungsraum Umbauarbeiten anfielen und das Dach, auf dem die Kollektoren stehen, zunächst saniert werden musste.

Bezahlt wird die Maßnahme aus dem so genannten Konjunkturpaket II – die Stadt hat darauf geachtet, das Geld vor allem für Maßnahmen auszugeben, die Energieeinsparungen zur Folge haben.

Allerdings dürfte es etwas dauern, bis sich die Anlage amortisiert hat. 20 000 Kilowattstunden Gas kosten zurzeit bei den Stadtwerken 1086 Euro...

Den ersten Anstoß für den Bau der Anlage gab übrigens die FDP. Sie forderte schon 2008, dass die Stadt bei der Energieversorgung ihrer Gebäude auf Solartechnik setzen möge.

vonThomas Bender

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