Sanierungsarbeiten am Torbogen der Burg Holtzbrinck angelaufen

Destilliertes Wasser hilft

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Mit destilliertem Wasser gehen die Restauratoren gegen Salzablagerungen vor.

Altena – Die Sanierung des Torbogens der Burg Holtzbrinck hat begonnen. Am Montag haben die Restaurierungsfachleute des „Denkmalteams fmk“ aus Köln vor Ort ihre Arbeit aufgenommen:

 Der Torbogen, er besteht aus Ruhrsandstein, ist eingerüstet, damit bis in die Höhe gearbeitet werden kann. Eine zwischenzeitlich angebrachtes provisorische Abdeckung ist mittlerweile entfernt worden, soll aber nach Abschluss der Arbeiten durch eine neue Auflage ersetzt werden.

Zunächst einmal schlägt an der Kirchstraße die Stunde des „Gregomatic“. Dabei handelt es sich um ein Vakuum-Waschsystem. Vollständig und schonend entfernt Gregomatic nicht nur Staub und Schmutz, sondern auch Fett, Bakterien und Giftstoffe von Oberflächen jeden Materials und jeder Struktur, ohne Materialschichten zu beschädigen. In diesem Fall kommt destilliertes Wasser zum Einsatz, denn die Salze, die dem Sandstein zugesetzt haben, sollen heruntergewaschen werden.

„Wir nehmen damit den Schmutz aus den Poren und sorgen dafür, dass wieder ein Feuchtigkeistransport stattfinden kann“, erläutert Restaurator Michael Streuff. Er ist zusammen mit Nina Könecke dabei, diesen Teil des Altenaer Wahrzeichens vor dem weiteren Verfall zu schützen. „Der Zahn der Zeit hat hier ganz schön zugeschlagen“, befindet der Fachmann. Nach den Reinigungs- bzw. Entsalzungsarbeiten wird das Duo daran gehen, Fehlstellen zu ergänzen und Verfugungen zu erneuern. Auch Anker im Mauerwerk müssen ersetzt werden. „Die bestehen aus Eisen“, erläutert Michael Streuff. Durch unvermeidliche Rostbildung habe das Eisen auch zu Rissen im Sandstein geführt, ihn gewissermaßen regelrecht gesprengt. Daher werden neue Anker aus Edelstahl gesetzt.

Vier bis fünf Wochen sollen die Arbeiten dauern.

Die Vorgeschichte: In seiner Etatrede für 2019 hatte Kämmerer Stefan Kemper mitgeteilt, das noch einmal Geld in die Hand genommen werden muss. Es geht um den Torbogen an der Kirchstraße, der dem Ensemble einen besonderen Charakter verleiht. Sogenannte Kalkfahnen und Salzkrusten zeugen davon, dass der Torbogen einer weiteren Sanierung bedarf, denn diese Symptome deuten darauf hin, dass insbesondere der Sandstein bedroht ist.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, hatte sich daraufhin Denkmalschutzbeauftragter Jürgen Wagner nach einer geeigneten Adresse umgesehen. Fündig wurde er in der Person von Diplom-Restauratorin Susanne Heym aus Köln. Sie ist spezialisiert auf Objekte aus Stein und auf Wandmalerei. Zu ihrem Fachgebiet zählen Naturstein- und Putzfassaden, Mauerwerk aus Ziegelstein und Bruchstein, Skulpturen aus Natur- und Kunststein sowie Mosaike und Stuckarbeiten. Die Expertin hatte sich den Torbogen zuvor bereits einmal angesehen und die Bausubstanz in Augenschein genommen sowie zunächst Proben gesichert, auch des Mörtels. Auch die Salzkrusten, die dem Sandstein und dem Mörtel besonders zusetzen, wurden dann in einem Labor genau unter die Lupe genommen.

Auch geht es darum herauszufinden, wo die Wassereinträge herkommen, die am Gestein sichtbar sind. Susanne Heym hat ein Gutachten dazu verfasst. Eine Förderung aus Denkmalschutzmitteln hatte die Stadt schon im Jahr 2017 beantragt. An Gesamtkosten sind rund 66000 Euro veranschlagt. Die Immobilie gilt als das älteste Bürgerhaus der Stadt. Sie wird erstmals 1643 urkundlich erwähnt, die ältesten Teile stammen laut Fachleuten jedoch aus dem 16. Jahrhundert.

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