Olaf Berg: "Trau mich nicht, etwas zu sagen"

Sanierung des Objektes "Wohnen am Bungern" geht weiter

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Mit Bauplanen verhüllt und meterhohen Zäunen gesichert: Die Baustelle von „Wohnen am Bungern“ der Fritz Berg Stiftung. Hier gehen im Innern laut Sprecher Olaf Berg „die Sanierungsarbeiten derzeit weiter“

Altena - Vor drei Wochen sollten die letzten Mieter in eine der 19 barrierefreien Wohnungen des Projektes „Wohnen am Bungern“ an der Kirchstraße/Burgenstraße eingezogen sein. Sollten. Denn nichts ist fertig, am Baukörper wird weiter gearbeitet. Er macht sogar einen „rottigen“ Eindruck.

An vielen Stellen der Großbaustelle sind offen gelegte Bewehrungen zu sehen und das Warnschild: „Bereich gesperrt!“

Zwar sind immer wieder vereinzelt Geräusche von Bauhandwerkern zu hören. Sichtbar größere Arbeitsaktivitäten rund um oder auf der Baustelle im Herzen der Stadt sind aber nicht auszumachen. Olaf Berg, Sprecher der Fritz Berg Stiftung, die das Projekt, zu dem noch ein barrierefreies Ladenlokal an der Kirchstraße 34 gehört, baut, hält sich in einer Einschätzung der Fertigstellung dieses Objektes sehr zurück. „Ich trau mich nicht, etwas zu sagen“ meinte er auf die Frage nach dem weiteren Zeitplan und der endgültigen Fertigstellung des Millionen-Projektes. Wie mehrfach berichtet, wurde die Baustelle im Frühjahr stillgelegt, weil offenbar Fehler in der Bewehrung festgestellt wurden. Fehler, die, so sagte Berg damals, die Stiftung nicht hinnehmen werde und die es gelte, gänzlich zu beseitigen. Der Sprecher der Fritz Berg Stiftung ging offensiv mit der aufgetretenen Armierungs- Panne um, die nach damaligem Stand auch zu reparieren war. Heute sagt Berg, er fühle sich wie ein Passagier auf einem Dampfer, der habe bekanntlich auch keinen Einfluss darauf, welchen Kurs das Schiff nehme. „Ich hoffe, dass wir durchkommen“. Krach anzetteln, die Gerichte bemühen, Regressforderungen stellen, nach all diesen Instrumentarien stehe ihm persönlich und der Stiftung im Augenblick wohl eher nicht der Sinn. „Das würde den kompletten Stillstand bedeuten“, sagt er vielsagend. Noch aber könne er feststellen: „Wir sanieren.“ Es sei eine Kette von Arbeiten zu erledigen. Alles werde, wie nach dem Check der offenbar fehlerhaften Bewehrung festgestellt, „in der aufgegebenen Reihenfolge abgearbeitet.“ Muss das Objekt im schlimmsten Fall abgerissen werden? Berg antwortet nicht klar, sagt nur: „Ich habe nicht die Hoheit über die Arbeiten. Die Truppe, die vor Ort ist, arbeitet. Denen müssen wir glauben, was sie sagen.“ Deshalb lässt er sich auch nicht auf ein Zeitfenster ein, auch wenn er nicht dementiert, dass bereits ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden ist. Der Druck auf die Stiftung nimmt natürlich auch mieterseitig zu: Viele Verträge für die Neubauwohnungen sind bereits seit Monaten unterschrieben. Einige haben ihr Häuschen verkauft, um dort einzuziehen, andere ihre Wohnungen gekündigt. Berg: „Es sind Fachleute am Werk. Die tun Vernünftiges. Wenn es etwas Neues gibt, teile ich das gerne mit.“

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