Kosten für Holtzbrinck-Umbau extrem gestiegen

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Altena - 758.000 Euro werde der Umbau der Burg Holtzbrinck kosten – so hieß es im Förderantrag, den die Stadt 2015 stellte. Dem habe eine Kostenschätzung des Büros Hamerla, Gruß-Rinck und Partner zugrunde gelegen, die sich inzwischen als deutlich zu niedrig erwiesen habe, teilte Roland Balkenhol während der Etatberatungen im Stadtentwicklungsausschuss mit. Er geht inzwischen von Kosten in Höhe von gut 1,2 Mio. Euro aus.

Die Mehrkosten rühren einerseits daher, dass die damalige Schätzung die Kosten für das Mobiliar außen vor ließ – allein dafür werden 165.000 Euro gebraucht. Darüber hinaus tauchten während der Bauarbeiten einige unliebsame Überraschungen auf. 

Beispiel Innenputz: Der muss im Bereich der ehemaligen Hausmeisterwohnung entgegen der bisherigen Planung komplett erneuert werden, weil vor 40 Jahren beim Umbau des ehemaligen Adelsitzes zur Bürgerburg Styropor auf die Innenwände geklebt und dann verputzt wurde, was laut Balkenhol bauphysikalisch fragwürdig ist. Während der Umbauarbeiten wurden auch morsche Balken im Dachstuhl, nicht tragfähige Fundamente und andere Baumängel mehr gefunden.

Der Brandschutz sorgt auch bei der Burg Holtzbrinck für Kostensteigerungen: 35.000 Euro müssen für eine Brandmeldeanlage ausgegeben werden. Eigentlich wollte die Stadt ohne auskommen – das hätte aber „erhebliche Veränderungen an bestehenden Bauteilen erfordert, die mit dem Denkmalschutz nicht vereinbar wären“, heißt es in der Vorlage. Balkenhol: „Bisher gibt es da noch mal Rauchmelder“.

Weil die Heizung auf den Dachboden verlegt wurde, musste dort ein Lagerraum feuerfest eingehaust werden, was 15.000 Euro kostete. Zunächst war geplant, ein vorhandenes, nicht mehr funktionstüchtiges Lüftungsgerät zu reparieren – das geht aber nicht, es muss ein neues angeschafft werden. Außerdem müssen Brandschutzklappen in die vorhandene Lüftungsanlage eingebaut werden. Gesamtkosten: 56.000 Euro.

Kleines Trostpflaster: Balkenhol geht nach Verhandlungen mit der Bezirksregierung davon aus, dass das Land auch die Mehrkosten zu 80 Prozent bezuschussen wird und dass damit „nur“ 100.000 Euro an der Stadt hängen bleiben.

Was den Stand der Bauarbeiten angeht, schilderte Balkenhol, dass die Entkernung des an der Bungernstraße gelegenen Gebäudeteils abgeschlossen ist. Dort werden im Erdgeschoss neue Toilettenanlagen gebaut, darüber finden Lagerräume, ein Büro und die Künstlergarderobe Platz. Das soll bis Ostern erledigt sein. Dann werden die bisherigen Toiletten entfernt, in diesem Bereich entsteht bis zum Sommer 2018 eine Catering-Küche. Die gründliche Renovierung von Foyer und Saal soll dann bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein.

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