Im Obergeschoss geht es weiter

Sanierung der Burg Holtzbrinck: Viel Lärm für neue Technik

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Schweres Gerät kommt zum Einsatz, damit die Kabelschächte für die neue Beleuchtungs- und Beschallungstechnik im Georg-von-Holtzbrinck-Saal demnächst wieder unter Putz verschwinden können.  

Altena – Mit gewaltigem Lärm frisst sich eine große Flex mit doppelter Schneide in die Bruchsteinmauern des Georg-von-Holtzbrinck-Saals. Dort laufen die Vorarbeiten für die neue Medientechnik der Burg Holtzbrinck.

Der Saal ist leer geräumt, weil Beschallung und Beleuchtung erneuert werden. An der Nordwand lagert schon eine Traverse, die die neue Technik aufnehmen wird. Eine Kernbohrung für den Kabelstrang ist ebenfalls schon zu sehen. Aber bis der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann, wird noch Zeit vergehen. 

Deshalb sind auch Veranstaltungen des Kulturrings betroffen: Der nächste vorgesehene Termin in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ muss komplett ausfallen, berichtet Kulturring-Geschäftsführer Wolfgang Noack. „Jazz leger“, vorgesehen für den 27. Januar, wird auf den 14. Juli verlegt. Sollten die Arbeiten bis zum 29. Januar, wenn der erste Abend im „Garten der Geschichte“ ansteht, nicht ausreichend fortgeschritten sein, werde man in diesem Fall über eine Verlagerung nachdenken, so Noack. 

Burg wird barrierefrei

Dann werde der Abend – Thema ist „Riesen und Zwerge, Höhle und Schacht“ – an einem anderen Ort stattfinden, zum Beispiel im Foyer. Nächste Schritte im Obergeschoss werden Elektrikerarbeiten sein, es muss zudem das Parkett abgeschliffen und neu versiegelt werden und schließlich würden die Maler erwartet, berichtet Stadtplaner Roland Balkenhol.

Der Bechstein-Flügel ist während der Arbeiten gut verpackt.

Im Februar soll der Aufzug angeliefert und installiert werden, der ebenso wie der künftige Hauptzugang von der Gartenseite aus dazu beiträgt, dass die Burg Holtzbrinck barrierefrei zu erreichen sein wird. Die neuen Toilettenanlagen sollen beim Neujahrsempfang am Sonntag schon genutzt werden können. 

Im Unterschoss werde man dann in den nächsten Wochen im Bereich der künftigen Tenne mit den Arbeiten am Küchentrakt beginnen. Nachdem es im Jahr 2017 eine knackige Kostenüberschreitung von rund 500 000 Euro gegeben hatte, sieht der Stadtplaner diese Gefahr gegenwärtig nicht mehr. „Seitdem sind keine signifikanten Kostenüberschreitungen mehr zu erwarten.“

Bechstein-Flügel kommt hinter Glas

In einen Nebenraum des Oberschosses verbannt ist derzeit der Bechstein-Flügel der Burg Holtzbrinck. Sauber verpackt warnt ein handgeschriebenes Schild: „Hier lagert der Flügel, 300 kg hochkant, nichts wegnehmen, Lebensgefahr.“ Das gute Stück wird demnächst hinter Glas dauerhaft zu bewundern sein. Dort, wo im Erker des Saales einst die Stühle für die Besucher gelagert wurden, bekommt der Flügel eine neue Bleibe. 

Hintergrund ist, dass das Instrument bisher unter den Raumklima-Bedingungen gelitten hat und zu oft gestimmt werden musste. „Wir haben es wegen der Fußbodenheizung oft mit einer Luftfeuchtigkeit von manchmal nur 17 Prozent zu tun. Ideal wären um die 40 Prozent“, sagt der Kulturring-Geschäftsführer. Die Burg Holtzbrinck gilt als Altenas ältestes Bürgerhaus. Sie wird erstmals 1643 urkundlich erwähnt, die ältesten Teile stammen laut Fachleuten jedoch aus dem 16. Jahrhundert.

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