Erste Pfarrei-Chefin im MK tritt Dienst an

Birgit Tupat und Uwe Kober rahmen die neue Pfarrbeauftragte Sandra Schnell im Schneetreiben ein.
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Birgit Tupat und Uwe Kober rahmen die neue Pfarrbeauftragte Sandra Schnell im Schneetreiben ein.

Zügig die eigenen Gemeindemitglieder und die Stadt Altena sowie die Gemeinde Nachrodt kennenlernen: Das steht auf der Agenda von Sandra Schnell ganz oben. Die 51-Jährige, vierfache Mutter tritt heute ihren Dienst als Pfarrbeauftragte in St. Matthäus an. Dann ist die Gemeindereferentin verantwortlich für die Großgemeinde mit St. Theresia Evingsen und St. Josef, Nachrodt. Helfen, ihr Gesicht bekannt zu machen, werden der Frau Bürgermeister Uwe Kober und seine Amtskollegin aus Nachrodt, Birgit Tupat, die sie am Montag wetterbedingt im Altenaer Ratssaal statt auf dem Parkdeck des Behördenparkhauses persönlich willkommen hießen.

Altena/Nachrodt – Der ursprünglich geplante Einführungsgottesdienst musste pandemiebedingt ausfallen.

Das Angebot der beiden: Schnell persönlich durch Rundgänge und -fahrten Altena sowie Nachrodt zu zeigen. „Dann sitzt vieles anders, da bin ich sicher“, meinte Uwe Kober. Er hält im Übrigen die Pfarrleitung einer katholischen Gemeinde durch eine Frau „für längst überfällig. Ich biete alle Hilfe an.“ Was auch Birgit Tupat „genauso unterstützt.“

Land in Besitz nehmen

„Ab heute werde ich das Land in Besitz nehmen“, so Schnell. Sie möchte sich zunächst „mit allen Mitarbeitern und dann den Mitgliedern der Gremien austauschen.“ Und an ihre rund 5000 Gemeindemitglieder gerichtet, bietet sie „sowohl nach Absprache das persönliche Gespräch im Rahmen der Hygienemaßnahmen, als auch den Austausch über Videoschalte und Telefon sowie Mail“, an. „Ich bin erreichbar, die Kontaktdaten erhalte ich aber erst heute. So weit sind wir noch nicht.“

Die liegen gebliebene Arbeit mit den Kommunionkindern will Schnell als „erstes angehen.“ Weil ihr Ökumene wichtig ist, möchte sie auch „schnell die Vertreter der anderen Kirchen kennenlernen. Das ist mir wichtig. Wir müssen zusammen halten, uns nicht das Wasser abgraben“.

Sichtbar bleiben

Sandra Schnell stört es nicht, dass jetzt viele - auch über den hiesigen Raum hinaus - auf sie und ihre Modellarbeit schauen. „Ich finde wichtig, dass Frauen jetzt ein solches Amt innehaben können. Und jemand muss vorangehen.“ Altena sei künftig für sie „nicht die Zentrale. Ich will mich überall in den Gemeinden aufhalten, zeigen, dass mir jede Station wichtig ist und die Menschen einbeziehen.“ Evingsen und auch Nachrodt „müssen sichtbar bleiben im Sinne von katholischen Angeboten“, auch wenn sie nicht garantieren könne, das alle aufrecht erhalten blieben. Johannes Broxtermann (72) steht ihr als moderierender Priester, nicht Pfarrer, zur Seite. Denn: Schnell hat „den Hut auf“ in der Gemeinde, ist für Personal wie Finanzen und Pastoral zuständig. Sie darf nur nicht die heilige Eucharistie feiern, Ehe schließen, die Beichte abnehmen und taufen. „Aber ich bin mir sicher, was das Taufen angeht und die Sache mit den Eheschließungen, das werde ich noch erleben. Denn so etwas darf ein Bischof entscheiden“, blickt sie nach vorn. Bestatter haben bereits Schnells bisherige Kontaktdaten. Und sollte ein Verstorbener nicht von ihr beerdigt werden wollen, dann „dann organisiere ich natürlich einen Priester.“

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