Kartoffelfest kommt gut an

Fitnesslehrer Marcus schickte die Kinder mit einem Korb Kartoffeln durch den Sportparcours. Foto: Hornemann

Altena - „Da müsste man mal ‘nen lustigen Kartoffelsalat mit machen!“ merkt die Dame an, die soeben die blauen Kartoffeln von Hof Schmoll verkostet hat. Der Geschmack ist ziemlich klassisch, die Farbe ein echter Gag. Die Knolle sollte sich eben sehr vielseitig präsentieren beim ersten Kartoffelfest, das der Stadtmarketing-Verein an den großen Innenstadt-Flohmarkt angehängt hatte.

Die Altenaer Werbewoche ist in den vergangenen Jahren allmählich verglüht, doch das Gold der Kartoffeln scheint eine ähnliche Strahlkraft zu haben, wie Innenstadtfeste zu ihren guten Zeiten: Bei bestem Wetter zog es Besucher am Samstag zahlreich und gut gelaunt in die Innenstadt, wo der Einzelhandel mit Aktionen und erweiterten Öffnungszeiten bis in die Abendstunden lockte.

In die Erntedankzeit fügte sich das Kartoffelfest vorzüglich ein: Die Kundschaft hatte Lust, sich von Klassikern wie Reibeplätzchen und Kartoffelsalat verführen zu lassen und neue Rezepte wie Süßkartoffel-Pommes zu verkosten. Die passenden Geräte zur Zubereitung bot der Fachhandel gleich mit an - Beratung inklusive.

Appetitanregende Musik wurde prompt zu den Aktionsständen mitgeliefert: Das Lüdenscheider A Capella- Ensemble „Chorpacabana“ wanderte mit modernen Hits auf den Lippen von Ort zu Ort, so dass zwischen Kirch-, Lenne- und Lenneuferstraße stets gute Unterhaltung geboten war. Für die sorgte auch der Leierkastenmann des Dortmunder Drehorgelorchesters, der mit seinem Instrument innenstadtauf- und abwärts wanderte.

Bekannte Garanten für gute Klänge fanden sich im Kulturangebot auch: Der Altenaer Sänger Nico Koslowski war diesmal ohne Live-Instrumentalbegleitung unterwegs. Sein Mikrofon hatte er an eine mobile Karaoke-Station angeschlossen, mit der die Hits wandern konnte. Die Dixi-Combo „Bäng Bäng“ zauberte mit ihrer relaxten Musik einen Hauch New Orleans ans Lenneufer. Da machte der Einkaufsbummel gleich doppelt Spaß.

Daheim werden in vielen Altenaer Haushalten in den nächsten Tagen Produkte verzehrt, die nicht im täglichen Angebot des Einzelhandels zu finden sind: Sabine Schröder hatte fürs Kartoffelfest ihren heimischen Garten in Neuenrade abgeerntet und die frischen Zutaten verkocht und eingelegt. Die Manufaktur „Senf & mehr“ stellte ihre vielseitige Produktpalette vor. Auch die Bienen vom Kohlberg waren fleißig gewesen und hatten Imker Matthias Rentrop eine gute Substanz für Honig und Met geliefert. Verführerische Düfte verströmte auch die Seifensiederei, zur Verkostung von Hochprozentigem lud die Likörmanufaktur ein.

Vereine und Institutionen wie der Kraftsportverein Altena, die Junge Union oder Altena aktiv nutzten das Kartoffelfest, um ihre Anliegen vorzustellen. Sportlehrer Marcus Glock hatte mal wieder für unkonventionelle Kinderbelustigung gesorgt: Er lud durch einen Hüpf- und Laufparcours im Garten der Burg Holtzbrinck. Ziel der Kinder war es, einen Korb Kartoffeln heil durch die Bänke und Luftballonbahnen zu transportieren. Bei Erfolg winkte ein Lob von einer lachenden Kartoffel und auch eine Süßigkeit.

Auch Karl-Heinz Tacke, Standnachbar von Marcus Glock, musste in Anbetracht des bunten Treibens schmunzeln: Er hatte die rollende Waldschule des Hegerings Altena mitgebracht, um Jung und Alt die heimische Tierwelt vorzustellen, die sich dem Menschen im Alltag sonst nur selten in dieser Nähe zeigt.

Von Ina Hornemann

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