Salzlager gefüllt: Eigentlich aber eine verbotene Ware

+
Bei Dieter Steinmann gibt es Salz auch im 1000 Kilo-Sack. Er beliefert neben Privatleuten auch Behörden und Unternehmen, die große Flächen abstreuen müssen.

ALTENA ▪ „Das ist ein Drittel dessen, was ich im vergangenen Jahr verkauft habe“ – 100 Tonnen Salz liegen im Moment in Dieter Steinmanns Lager, ein Teil davon in 1000 Kilo schweren Big Packs. Denn: Nicht nur Privatpersonen kaufen ihr Salz im Gartenmarkt in der Nette, sondern auch Firmen, die bei Glätte große Parkplätze oder Betriebshöfe abstreuen müssen.

Sobald die ersten Flocken fallen, verkauft sich das Salz gut – „wichtig ist dann der Nachschub“, erklärt Steinmann, der Anfang des Jahres wie alle anderen Händler auch völlig ausverkauft war. Völlig nebensächlich ist offenbar für viele Bürger, dass für Privatleute in Altena eine Art „Salzverbot“ gilt. In der Winterdienstsatzung heißt es nämlich, dass „die Verwendung von Salz oder auftauenden Stoffen grundsätzlich verboten ist“. Lediglich „in besonderen klimatischen Ausnahmefällen“ wie zum Beispiel Eisregen lässt die Stadt Salz zu und auch an besonders gefährlichen Stellen wie zum Beispiel Treppenanlagen.

Bauhof muss sich

nicht dran halten

Noch gravierender ist eine andere Ausnahme in der Satzung: Das Streusalzverbot gilt nur für Privatleute. Während die für Gehwege kein Salz einsetzen dürfen, streut der Baubetriebshof ganz legal die Bürgersteige, für die er zuständig ist, mit Salz ab. Und: Die Satzung gilt nur für öffentliche Straßen und Wege. Auf seinem eigenen Grundstück darf jeder soviel Salz streuen, wie er gerne möchte.

Nicht bekannt ist, ob schon mal ein Altenaer wegen unerlaubten Salzeinsatzes belangt worden wäre. Dann wäre eine Geldbuße fällig, die zwischen fünf und 1000 Euro liegen könnte. Im vergangenen, strengen Winter war die Verwaltung aus ganz anderen Gründen hinter Grundstückseigentümern her: Sie stellte immer wieder Verstöße gegen die Räumpflicht fest – wo noch Schnee auf dem Gehweg lag, gab‘s entsprechende Post vom Amt.

Thomas Bender

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare