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„Saisonal üblicher Effekt“: Viele Jüngere melden sich arbeitslos

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Von: Markus Wilczek

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In Altena sind aktuell 673 Menschen ohne Job. Das sind 42 Arbeitslose mehr als im Vormonat.
In Altena sind aktuell 673 Menschen ohne Job. Das sind 42 Arbeitslose mehr als im Vormonat. © Markus Scholz

Die Zahl der Arbeitslosen in Altena ist im Juli den zweiten Monat in Folge gestiegen. Wie die Agentur für Arbeit am Freitag mitteilte, sind aktuell 673 Personen in der Burgstadt ohne Job, darunter vermehrt Jüngere.

Altena – Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind dies 42 Personen (+6,7 Prozent) mehr. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen damit aber um zehn Personen (-1,5 Prozent). Damals waren 683 Altenaer ohne Job. Die Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Altena, der auch Nachrodt-Wiblingwerde umfasst, liegt damit im Juli bei 6,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,8 Prozent. Der heimische Agenturbezirk hat damit nach Werdohl (7,0 Prozent), Iserlohn (7,2 Prozent) und Lüdenscheid (7,3 Prozent) kreisweit weiterhin eine der höchsten Arbeitslosenquoten. Die Quote für den gesamten Märkischen Kreis liegt im Juli bei 6,6 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Aber auch kreisweit hat sich die Zahl der Arbeitslosen in diesem Monat erhöht. So sind im Kreisgebiet derzeit 14 745 Personen arbeitslos, 702 mehr als im Vormonat, aber 906 weniger als im Juli des vergangenen Jahres.

„Die Arbeitslosigkeit ist im Juli gestiegen“, sagt Stefan Steinkühler, Geschäftsführer Operativ der heimischen Iserlohner Arbeitsagentur, und beleuchtet die Gründe für den Anstieg: „Wir sehen auch in diesem Monat den saisonal üblichen Effekt, den wir schon im Juni beobachten konnten. Junge Menschen melden sich in den Sommermonaten übergangsweise arbeitslos nach dem Schulabschluss oder wenn sie nach Beendigung ihrer betrieblichen Ausbildung nicht von ihren ausbildenden Betrieben übernommen wurden.“

So sind in der Altersgruppe unter 25 Jahren gegenüber Juni 145 Arbeitslose mehr (+15,2 Prozent) gemeldet. Im Bereich der Grundsicherung lassen die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine den Arbeitslosenbestand (plus 336 Personen) deutlich steigen. „Wir möchten diesen Menschen in den nächsten Monaten den Zugang zur Arbeit ermöglichen. Dazu sind zunächst der Erwerb von Deutschkenntnissen und die Qualifizierung wichtige Themen, die wir begleiten“, berichtet Stefan Steinkühler.

Bei einer Prognose zur Entwicklung des Arbeitsmarktes in den kommenden Monaten gibt Steinkühler sich zurückhaltend. So bleibe zunächst abzuwarten, inwieweit Faktoren wie Preissteigerung, Energieknappheit oder Lieferkettenproblematik die wirtschaftliche Entwicklung im Märkischen Kreis dämpfen und sich auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Auf dem Stellenmarkt hat sich gegenüber dem Juni nur wenig getan. Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 847 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet (neun weniger als im Vormonat). Im Bestand sind damit 5680 offene Stelle (122 mehr als im Vormonat und 997 mehr als im Juli 2021).

„Die Zurückhaltung der Arbeitgeber aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation spiegelt sich wie schon in den Vormonaten beim Melden offener Stellen wider“, kommentiert Steinkühler die Entwicklung. Mit Blick auf den Bestand an offenen Stellen, der gegenüber dem Vormonat überdurchschnittlich gestiegen sei, macht Steinkühler eine „weiterhin hohe Nachfrage an Arbeitskräften“ aus. „Die Chancen der Arbeitssuchenden, eine neue Beschäftigung zu finden, sind also unverändert gut“, so der Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Iserlohn. Gut ausgebildete Fachkräfte würden nach wie vor gesucht, im Märkischen Kreis traditionell besonders im verarbeitenden Gewerbe.

Die Lage in Nachrodt

Auch in Nachrodt-Wiblingwerde ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli gestiegen. In der Doppelgemeinde sind momentan 186 Personen ohne Job – und damit 15 Personen (+8,8 Prozent) mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen damit um sieben Personen (+ 3,9 Prozent). Damals waren 179 Nachrodt-Wiblingwerder ohne Job.

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