Die ultimative Hochwasser-Homepage

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Die Situation gestern Morgen: Mit einem Pegel von 1,90 Metern war zwar der erste von zwei Warnwerten erreicht – eine echte Gefahr droht dann aber noch nicht.

Altena - Am Freitag um 18.11 Uhr schlug der Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Alarm: Angesichts der angekündigten Niederschläge drohe an Ruhr, Lenne und Volme ein Hochwasser, das auch kräftiger ausfallen könne, hieß es in einem Lagebericht, der an Polizei, Feuerwehren und die Ordnungsbehörden ging.

Von Thomas Bender

Unmittelbar reagieren muss auf solche Warnungen nur der Ruhrverband: Er reduzierte sofort die Wasserabgabe aus der Biggetalsperre, um insbesondere im Flussbett der Lenne Platz zu schaffen.

Das kann im Zeitalter des Internets jedermann sozusagen live verfolgen: Unter www.talsperrenleitzentrale-ruhr.de/lenne.html findet man eine Seite, die nicht nur Aufschluss über alle relevanten Pegelstände der Lenne gibt, sondern auch darüber, wie viel Wasser aus der Bigge abgegeben wird. Sie wird in kritischen Situationen auch nachts ständig aktualisiert.

Noch nicht einmal ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde ließ die Talsperrenleitzentrale in Essen in der Nacht zu Samstag aus der Bigge – gerade mal ein vierzigstel dessen, was zu diesem Zeitpunkt aus der Lister und den anderen Zuflüssen in die Talsperre floss.

Am Samstagmorgen änderte der Hochwasserwarndienst dann seine Prognose: Weil es im Einzugsgebiet der Lenne deutlich weniger geregnet hatte als von den Meteorologen vorhergesagt, blieb die Situation unkritisch.

Folgerichtig erhöhte der Ruhrverband die Wasserabgabe aus der Bigge wieder – und bewies dabei einmal mehr sehr viel Fingerspitzengefühl. Gestern Mittag ließ er 17 Kubikmeter pro Sekunde in Richtung Lenne laufen – genau soviel, um den Wasserstand in Altena knapp unterhalb des ersten Warnwertes zu halten. Er liegt bei einem Pegelstand von 1,90 cm. Gut 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde rauschen dann durch Altena. Ohne die Bigge wären es 20 Kubikmeter mehr gewesen.

Hochwasser lässt sich also in Grenzen beeinflussen – im Gegensatz zu Sturm, der für das Wochenende auch vorhergesagt war. Aber auch der fiel im Sauerland vergleichsweise harmlos aus: Die Feuerwache Altena wurde am vergangenen Wochenende nur einmal zu einem Sturmschaden gerufen. Am Samstag um 14.11 Uhr rückten Löschfahrzeug und Rüstwagen zur Straße Linscheider Bach aus. Ein umgestürzter Baum blockierte dort die Fahrbahn. Drei Feuerwehrleute zersägten den Baum, räumten die Teile zur Seite und ermöglichten damit den Anwohnern wieder eine freie Fahrt in Richtung Wixberg.

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