Ruhrbischof spricht Verweis gegen Mezger aus

Probst Bernward Mezger wie ihn die Altenaer kennen und schätzen: Im Dienst am Altar, mehr noch in der Gemeindearbeit, in der er tiefe spuren hinterließ.

ALTENA/OBERHAUSEN ▪ Der Bischof von Essen, Dr. Franz Josef Overbeck, hat dem lange Jahre in Altena tätigen Pfarrer Bernward Mezger einen kirchenrechtlichen Verweis erteilt. Bereits letzten Sonntag ließ er diese Entscheidung von der Kanzel der Pfarrerei St. Clemens verlesen, wo der Geistliche nach seiner Station in Altena als Probst wirkte.

Der Essener Oberhirte, so bestätigte es auf Anfrage Bistumssprecher Ulrich Lota, „halte einen Neuanfang für die Pfarrei St. Clemens und für Propst Bernward Mezger für erforderlich.“

Wie berichtet, war der beliebte Pfarrer mit Wirkung vom 14. August beurlaubt worden, weil er angeblich auf einer Internet-Kontaktbörse für Homosexuelle Partner gesucht haben soll, was er vehement bestritten hatte.

Keine strafbare Handlung

In der Nachricht, die der Bischof verlesen ließ, kommt der Oberhirte aber auch zu dem Schluss, dass Propst Mezger „weder eine nach weltlichem noch nach kirchlichem Recht strafbare Handlung nachgewiesen werden kann“. Deshalb werde auch kein Verfahren zur Verhängung kirchlicher Strafen eingeleitet. Nach eingehender Beratung und Abwägung aller Umstände sei es jedoch notwendig, einen mit einer Buße verbundenen Verweis auszusprechen. Denn nach Ansicht des Bischofs, so Lota, würden bereits die „Kommunikation und Korrespondenz über bestimmte Seiten im Internet nicht der Würde und den Pflichten des Priesteramtes entsprechen“ und seien unangemessen. „Sie lösen schwerwiegende Irritationen und Ärgernisse aus, beschädigen den Ruf eines Priesters und erschüttern auch das Vertrauensverhältnis zwischen einem Priester und einem Bischof.“

Priesterliche Mithilfe

Deshalb sei Mezger die Ausübung priesterlicher Dienste in St. Clemens in Oberhausen sowie in der Pfarrei St. Matthäus in Altena untersagt worden bis über seinen weiteren Einsatz entschieden ist. Bis auf weiteres wird Mezger „zur priesterlichen Mithilfe“ in St. Urbanus, Gelsenkirchen, eingesetzt. Overbeck räumte ein, dass manche seine Entscheidung bedauerten oder auch nicht nachvollziehen könnten.

von Johannes Bonnekoh

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