Ruhrbischof Overbeck beurlaubt Bernward Mezger

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Bernward Mezger, ehemaliger Pfarrer in St. Matthäus, wurde beurlaubt.

ALTENA ▪ Ruhrbischof Franz Overbeck hat den ehemaligen Altenaer Pfarrer Bernward Mezger für zunächst vier Wochen vom priesterlichen Dienst beurlaubt. Hintergrund sind Hinweise eines Oberhausener CDU-Politikers an das Bistum.

Das geht aus einem Schreiben hervor, dass Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes am Sonntag von den Kanzeln in Mezgers neuer Wirkungsstätte in Oberhausen verlesen ließ. Darin wird betont, dass dieser Schritt auf Mezgers eigenen Wunsch erfolge.

Der Sterkrader Stadtteilbürgermeister Klaus-Dieter Broß beschuldigt Mezger, über eine Kontaktbörse im Internet sexuelle Kontakte zu anderen Männern gesucht und anzügliche Bilder per Mail verschickt zu haben.

Für zölibatäre Lebensform entschieden

Mezger bestreitet das entschieden. Im Gespräch mit dem AK betonte er gestern, dass es für die Anschuldigungen keine Beweise gebe. Als Priester habe er sich für eine zölibatäre Lebensform entschieden, diesem Entschluss sei er stets treu geblieben. Von den Vorwürfen gegen ihn sei er tief erschüttert, sagte der Geistliche weiter – er sei „beschädigt, verleumdet und verunglimpft“. Die Zeit seiner Beurlaubung werde er dazu nutzen, sich Gedanken über seine zukünftige Tätigkeit in Oberhausen zu machen und von den psychischen und physischen Beschädigungen durch die Kampagne, zu erholen. Zwischen ihm und dem Politiker, der die Sache ins Rollen brachte, habe es Dissonanzen gegeben, schilderte Mezger. Das habe der Aussage gegipfelt, Broß wolle „einen anderen Propst“.

Anschuldigungen überprüfen

Die Beurlaubung gebe Mezger Gelegenheit, seine „Lebenswirklichkeit im Dienst als Priester und die mit der priesterlichen Lebensform verbundenen Konsequenzen“ zu überdenken, heißt es in der Erklärung. Parallel dazu werde das Bistum die Anschuldigungen überprüfen lassen. Und weiter: „Damit wird die Entscheidung des Bischofs über den weiteren Einsatz von Herrn Probst Mezger vorbereitet“. ▪ Thomas Bender

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