Arbeitsgruppen für Pflege

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Volker Schmidt (stehend) unterstützt das Projekt seitens des Kreises. Die Fäden laufen in Altena zusammen.

ALTENA ▪ Bis Juli 2015 sollen pflegende Angehörige in Altena eine deutliche Entlastung erhalten. Professor Dr. Angelika Zegelin und Pflegewissenschaftlerin Tanja Segmüller von der Universität Witten/Herdecke stellten am Mittwoch im Rathaus ein Projekt für quartiersnahe Unterstützung vor.

Der Märkische Kreis hat sich in Kooperation mit der Stadt Altena und unter wissenschaftlicher Begleitung vom Department für Pflegewissenschaft der Universität dazu entschlossen, an dem Projekt des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW teilzunehmen. Bis Mitte Mai haben Altenaer Institutionen wie Pflegeheime, Stellwerk, Sozialverbände, Baugesellschaft, Krankenkasse, Krankenhaus oder Volkshochschule Zeit. Dann müssen sie zusagen, ob sie sich dem Pilotprojekt anschließen möchten. Außer Altena sind noch die Städte Heiligenhaus und Wülfrath beteiligt.

Sechs Treffen für Arbeitsgruppen sind für jene Institutionen, die mitwirken wollen, anberaumt. Das erste am 28. Mai in der Burg Holtzbrinck. Ins Boot sollten möglichst auch Einrichtungen aus umliegenden Städten wie die Selbsthilfe-Kontaktstelle MK, wo bereits Erfahrungswerte gesammelt wurden.

Handlungsleitend ist dabei eine Orientierung am Wohnquartier. Alle Beteiligten sollen mit eigenen Zielsetzungen, Ideen und Möglichkeiten eingebunden werden. Zu diesem Zweck wurden durch die Auftaktveranstaltung mehrere Akteure im Feld pflegender Angehöriger motiviert an einem Arbeitskreis teilzunehmen.

Schwerpunktthemen sind die Sensibilisierung für die Situation pflegender Angehöriger, die Unterstützung vor Ort, eine Verbesserung an der Schnittstelle Krankenhaus sowie die häusliche Pflege.

Rund 30 Gäste lauschten am Mittwoch im Rathaus den Ausführungen von Professor Dr. Angelika Zegelin und Pflegewissenschaftlerin Tanja Segmüller. Gleichstellungsbeauftragte Anette Wesemanns Eindruck von der Veranstaltung war durchaus positiv: „Ich glaube, dass wir in Altena ortsnahe Angebote schaffen können. Verstärkt würden wir gerne nochmal die Pflegedienste ansprechen, die mit den Bedürfnissen pflegender Angehöriger schließlich besonders gut vertraut sind.“

Plan der Universität ist zunächst eine Ist-Analyse: Welche Angebote sind bereits vorhanden und wie könnten sie besser vernetzt werden? Die Belange von pflegenden Angehörigen sollen in den Fokus rücken, möglicherweise durch die Einrichtung von Kontaktgruppen. Auch der gesundheitsökonomische Aspekt von häuslicher Pflege soll in Form eines Gutachtens ins Blickfeld geraten. Denkbar wären für Zegelin und Segmüller eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung. Je mehr Informationen in das Pilotprojekt eingespeist und je besser die Angebote vernetzt werden, desto höher soll der Nutzen für pflegende Angehörige sein. Interessenten melden sich bis zum 14. Mai bei tanja.segmueller@uni-wh.de. an. ▪ Von Ina Hornemann

Weitere Information: Sandra Rinke, Kommunale Pflegeplanung, Tel. 02352/966-7113

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