Rote Vogelmilbe jagt Geflügelzüchtern in Altena einen Schrecken ein

Gefährliche Blutsauger

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Ottfried Ferber hat sich über die Krankheit auch in der Fachzeitung „Geflügel“ informiert.

Altena – Ottfried Ferber kommt sofort auf den Punkt. „Die Rote Vogelmilbe ist ein blutsaugender Parasit. Sie befällt wild lebende Vögel wie Singvögel genauso wie Hühner oder Ziergeflügel.“ Weil dieser Schädling auch um Altenas Geflügelzüchter und ihr Federvieh keinen Bogen macht, hat der Vorsitzende des Rasse- und Ziergeflügelvereins Altena die Rote Vogelmilbe jetzt auf der letzten Monatsversammlung im Haus Pilling zum Thema gemacht.

 Ferber hat selbst unter dem „Blutsauger“ gelitten. „Kürzlich lagen alle meine Eintagsküken tot im Stall“, sagt er.

Mehr Glück hatte er bisher mit seinen Welsumern. Das ist eine mittelschwere, orangefarbene Hühnerrasse, die er seit mehr als 30 Jahren als Liebhaber züchtet. Ferber hat sich selbst umfangreiches Wissen über den Schädling angelesen und sich auch im Netz informiert. „Und ja“, so sagt er, „wir können hier in Altena durchaus von einer Plage sprechen.“ Wie reagieren er und seine Kollegen denn nun auf den Blutsauger, der bei Einbruch der Dämmerung und nachts am aktivsten ist? „Es gibt verschiedene Strategien“, sagt der erfahrene Geflügelzüchter. Und schon wieder sprudelt es nur so aus ihm heraus: Erst einmal müsse man die Ställe sauber halten und auch häufiger desinfizieren.

Ferber selbst setzt auf den Einsatz von Kieselgur. Das ist ein Mineral aus der Familie der Silikatstäube, das die kleinen Blutsauger absolut nicht abkönnen. Sie trocknen bei Kontakt regelrecht aus. Doch es gibt ein großes Aber: „Die Rote Vogelmilbe hat in unseren Ställen viele Versteckplätze. So verschwinden sie in Ritzen, Verschraubungen, U-Profilen oder unter Sitzstangen und Abdeckungen. Ich persönlich halte meine Tiere in einem Holzstall - und das machen die meisten Kollegen auch so.  Das ist nun einmal ein ideales Umfeld für den Schädling.“

Ferber: „Meine Kollegen und ich haben auf unserer Versammlung sehr intensiv diskutiert. Weil das Weibchen in zwei Monaten etwa 50 Eier legt und die Rote Vogelmilbe selbst Temperaturschocks bis zu 25 Grad C unter Null aushält, ist ihre Bekämpfung eine Daueraufgabe.“ Übrigens auch, weil sie auf Säugetiere und den Menschen selbst übergreifen kann. Dann ist ein Gang zum Arzt unumgänglich. Im Fachjargon sprechen Mediziner in diesem Fall von der Vogelhalterkrätze.

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