Überwältigende Spendenbereitschaft

Flut-Katastrophe im MK: Rotarier sammeln 160.000 Euro für Opfer in Altena

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Ingo Wöste (2.v.r.) und Hans-Ulrich Holtkemper (r.) bei der Spendenübergabe in Aschaffenburg.

„Diese Verbundenheit, das ist auch Rotary.“ Ingo Wöste, in diesem Jahr Präsident des Rotary-Clubs Altena-Werdohl-Plettenberg, ist überwältigt von der Spendenbereitschaft für die Flutopfer in Altena. Nach der Katastrophe sei klar gewesen, dass auch die Rotarier helfen müssen, sagte er. Gesammelt wurde in den eigenen Reihen, aber auch bei anderen Clubs. Bisher seien 160 000 Euro zusammengekommen, berichtet Hans-Ulrich Holtkemper. Der Altenaer ist Vorsitzender des „Gemeindienst e.V.“, der Projekte der Rotarier unterstützt und dafür Spenden sammelt.

Altena - Für 50 000 Euro fuhren Wöste und Holtkemper zusammen mit Rotary-Sekretär Volker Kluczka sogar nach Franken. Dort übergab der Rotary-Club Miltenberg 30 000 Euro, von Rotariern des Clubs Aschaffenburg-Schönbusch kamen weitere 20 000 Euro. Am Beispiel dieser Spende konnte Wöste aufzeigen, was der Grund für manche Unterstützung war: Mitglied im Aschaffenburger Club ist auch Dr. Hansjörg Schemann. Er wuchs in Plettenberg auf und hat verwandtschaftliche Verbindungen nach Altena. Wöste: „So etwas haben wir mehrfach erlebt.“

Weitere Spenden gingen aus Stade, Hamburg, Wedel und vielen anderen Städten ein. Und aus Zevenaar, wo der niederländische Partnerclub der Lennetal-Rotarier sitzt. Wöste und Kluczka fuhren selbst in die Gemeinde in der Provinz Gelderland, um sich persönlich für die Unterstützung zu bedanken – mit einer Dankesrede, die Wöste in niederländischer Sprache hielt. „Gelebte Freundschaften machen sich nicht nur in guten, sondern erst recht in schlechten Zeiten bemerkbar. Wir fühlen uns einfach sehr geehrt, solche tollen Freunde und Freundinnen zu haben“, sagte er zum dortigen Präsident Henry Span.

Gelebte Freundschaften machen sich nicht nur in guten, sondern erst recht in schlechten Zeiten bemerkbar.

Ingo Wöste

Geld zu sammeln sei das eine, es zu verteilen wieder etwa ganz anderes, meint Wöste. „Wir sind ein bisschen abwartend, was das Ausgeben angeht“, meint Holtkemper. Soforthilfe will sein Verein nicht leisten, sondern zunächst beobachten, wie die öffentliche Hand und Versicherungen sich verhalten. Dann werde sich herausstellen, wer noch weitergehende Hilfen benötigt. Das sei dann die Stunde der Rotarier, meint Holtkemper.

Mit der Stadt abgesprochen

Die Aktion ist übrigens mit der Stadt und anderen Organisationen abgesprochen, die Rotarier werden sich auch am Spenden-Management-System Phönix beteiligen, mit dessen Hilfe verhindert werden soll, dass Einzelne mehrfach Geld bekommen. Helfen wollen die Rotarier Privatpersonen und kleinen Gewerbetreibenden. Natürlich komme jeder Cent den Flutopfern zugute, alles werde innerhalb des Clubs abgesprochen und dokumentiert. Ein Teil des Geldes soll dazu verwendet werden, professionelle psychologische Hilfe anzubieten. Holtkemper: „Da führen wir bereits Gespräche.“

Der Rotary-Club Altena-Werdohl-Plettenberg ist nicht der einzige, der Geld für die Hochwasseropfer sammelt. Rotarier in Meinerzhagen brachten 25 000 Euro zusammen. Davon gehen 20 000 Euro nach Brügge, wo es ebenfalls viele Flutopfer gibt. 5000 Euro wurden auf das Spendenkonto der Stadt Altena eingezahlt. Auch im Rotary-Distrikt 1900, zu dem neben dem Club Altena-Werdohl-Plettenberg noch 90 weitere gehören (darunter auch die im ebenfalls schwer getroffenen Raum Hagen) wird Geld gesammelt.

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