Rosmart war zu teuer: Ossenberg-Schule zieht weg

Das Firmengebäude wurde laufend modernisiert. Jetzt steht es zum Verkauf.

ALTENA ▪ Das Traditionsunternehmen Friedrich Ossenberg-Schule & Söhne mit Sitz an der Hauptstraße 2 bis 6 in Dahle verlässt Altena Richtung Hemer. Die Firma wurde mit der Gewerbepark Deilinghofen GmbH einig. Der Startschuss für die Verlagerung fällt im Oktober. Der Umzug soll Mitte 2012 abgeschlossen sein. Die Firma hat ein 10 000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft.

Eine Unternehmensverlagerung ins interkommunale Gewerbegebiet Rosmart sei auch geprüft worden, gab auf Anfrage Geschäftsführer Jan Kaemper preis. Ohne weitere Details zu nennen, sagte der Kaufmann lediglich, die Fläche in Hemer sei „deutlich billiger“ als Rosmart gewesen. Und deshalb sei die Entscheidung für die Verlagerung nach reiflicher Überlegung auch entsprechend ausgefallen.

Grundstück in Hemer

20 Prozent billiger

Friedrich Ossenberg-Schule & Söhne beschäftigt aktuell mehr als vier Dutzend Mitarbeiter. Die Geschäfte laufen gut, so wurde in diesem Jahr die Belegschaft bereits aufgestockt. Mit Befestigungsprodukten für die Dachbaustoffindustrie und das Dachhandwerk ist die Firma seit über 100 Jahren gut am Markt positioniert. So fertigt und liefert das Werk bereits in der fünften Generation für alle gängigen Dachpfannen und Fassadenbekleidungen die richtige Befestigung. Im vogtländischen Treuen unterhält das Unternehmen einen Zweigbetrieb.

Die Immobilie im Herzen von Dahle steht derweil zum Verkauf. Ein Makler ist mit der Veräußerung beauftragt.

Ob mit dem Umzug nach Deilinghofen auch weitere Neueinstellungen verbunden sind, wollte Jan Kaemper noch nicht abschließend beurteilen. Der Neubau garantiere aber, dass der Betriebsablauf jetzt optimiert werden könne.

Hollstein kann Scheitern der Verhandlungen nicht verhindern

Die Verhandlungen wegen einer möglichen Rosmart-Ansiedlung führte Uwe Krischer, einer der Geschäftsführer des interkommunalen Rosmart-Gewerbeparks. Als sich ein Scheitern abzeichnete, ergriff Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein noch einmal die Initiative und ging persönlich auf die Firma zu. Das änderte aber nichts mehr am Ergebnis. Bernhard Camminadi, Geschäftsführer der Gewerbepark Deilinghofen, sagte auf Anfrage, man habe um Ossenberg-Schule & Söhne regelrecht gebuhlt. „Die Firma hat sich für ihre Entscheidung viel Zeit genommen und wurde auch noch von anderen Kommunen umworben. Aber in Zusammenarbeit mit der Grundstücks- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Hemer, GWG, konnte ich die Vorteile unseres Wirtschaftsstandortes deutlich machen.“ Die Felsenmeerstadt habe eben viel zu bieten. Nach seiner Kenntnis habe bei der letzten Entscheidung am Ende auch der Quadratmeterpreis eine Rolle gespielt. Wenn man von 20 Prozent Unterschied ausgehe, stehe für diese Summe schnell mal eine neue Halle.

Von Johannes Bonnekoh

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