Rosmart: Erneutes Defizit

Es geht nicht weiter im (und mit dem) Gewerbepark Rosmart. Dadurch wird die finanzielle Situation der kommunalen GmbH immer schwieriger.

ALTENA -   Gerade mal ein Grundstück hat die Märkische Gewerbepark Rosmart im Jahr 2012 verkaufen können – und das war noch nicht einmal 2000 Quadratmeter groß. Folge: Das Unternehmen schreibt wieder einmal rote Zahlen.

Genau 377 524,88 Euro fehlten dem Unternehmen am Jahresende in der Kasse. Das geht aus der Gewinn- und Verlustrechnung für 21012 hervor, die wie auch die Bilanz Bestandteil des städtischen Haushaltsplanentwurfs für 2014 ist. Die GmbH ist ein kommunales Unternehmen. 50 Prozent der Anteile hält die Stadt Altena, der Rest gehört Lüdenscheid und Werdohl. Alle beteiligten Kommunen werden zum Ausgleich des Defizits in die eigne Kasse greifen müssen. Altenas Stadtkämmerer Stefan Kemper hatte damit bereits gerechnet und im Etat 2013 215000 Euro für den Ausgleich der Rosmart-Verluste eingeplant. Ein gleich hoher Betrag soll 2014 zur Verfügung gestellt werden. Gegengerechnet werden kann die sogenannte Avalprovision - knapp 80000 Euro bekommt die Stadt 2014 dafür, dass sie bereit ist, für die Kredite der GmbH zu bürgen.

Größter Kostenfaktor des Gewerbeparks sind die Zinsen: Die GmbH hatte Ende 2012 Verbindlichkeiten in einer Größenordnung von etwa 20,6 Mio. Euro. Dafür zahlte sie rund 330000 Euro an die Banken und kann sich dabei noch freuen, dass es von der derzeitigen Niedrigzinsphase profitiert.

Das ist aber nicht alles: Ein Vielzahl weiterer Ausgabeposten summieren sich zu einem Betrag von gut 150000 Euro. Bescheiden sind mit insgesamt 9072 Euro die Personalkosten – die drei Geschäftsführer erhalten, weil Angestellte der drei beteiligten Kommunen, lediglich eine geringe Aufwandsentschädigung. Deutlich höher fällt der Materialaufwand aus, er liegt bei gut 62 000 Euro. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Straßen in dem Bereich noch der GmbH gehören und deshalb auch von ihre unterhalten werden müssen. Weitere 93000 Euro werden für solche Positionen wie Versicherungen und den Strom für die Straßenbeleuchtung benötigt. Auch die Grundsteuer für noch unbebaute Flächen wird aus diesem Topf bezahlt.

Noch bedenklicher als das sechsstellige Defizit in der Gewinn- und Verlustrechnung ist der in der Bilanz ausgewiesene Fehlbetrag. Die noch vorhandenen Grundstücke sind danach noch 18,5 Mio. Euro wert, hinzu kommt anderes Vermögen in einer Größenordnung von rund 380 000 Euro. Rechnet man die Schulden gegen, dann er gibt sich ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ von 2,6 Mio. Euro. Heißt: Selbst wenn alle Grundstücke zum Buchwert verkauft werden können, bleibt diese Summe am Ende offen.

von Thomas Bender

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