Rosmart kommt ohne Zuschuss aus

Die Mekon-Baustelle auf Rosmart.

ALTENA ▪ Beinahe beiläufig verkündete der Bürgermeister in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang frohe Kunde nicht nur für Altena: Die an der Gewerbepark Rosmart GmbH beteiligten Städte Altena, Lüdenscheid und Werdohl mussten im Jahr 2010 entgegen aller bisherigen Erwartungen (noch) nicht für das finanzielle Defizit des Gewerbegebiets aufkommen, erklärte Dr. Andreas Hollstein in der Burg Holtzbrinck.

„Wir hatten dafür im Haushalt 2010 eine Rückstellung in Höhe von 516 000 Euro gebildet, die nicht in Anspruch genommen werden wird“, bestätigte Kämmerer Stefan Kemper. Altena hält 50 Prozent der Anteile, den Rest teilen sich Werdohl und Lüdenscheid. Sie sparen also jeweils rund 255 000 Euro.

Es gibt zwei Gründe für diese Entwicklung: Zum einen hat die GmbH im Jahr 2010 durch den Verkauf von 6000 Quadratmetern an die Firma Mekon (Halver) eine größere Einnahme erzielt. Zum anderen kommt ihr die Entwicklung auf dem Kapitalmarkt entgegen – die Verbindlichkeiten haben inzwischen die 20-Mio.-Euro-Marke überschritten, entsprechend hoch sind die Aufwendungen für Zinsen.

Die im November veröffentlichte Bilanz für 2009 zeigt, wie ernst es um die Finanzen der GmbH bestellt ist. Sie saß am Ende dieses Geschäftsjahres auf Grundstücken im Wert von 18,7 Mio. Euro, die zu diesem Zeitpunkt bereits mit 19,7 Mio. Euro beliehen waren. Der Jahresfehlbetrag hatte sich innerhalb eines Jahres auf 1,5 Mio. Euro fast verdoppelt. Dass die GmbH noch nicht Insolvenz anmelden musste, liegt einzig und allein an der Tatsache, dass die beteiligten Kommunen Bürgschaften übernommen haben.

Angesichts der drastisch steigenden Fehlbeträge hängt die weitere Entwicklung davon ab, ob und in welchem Umfang weitere Grundstücke verkauft werden können. Hollstein, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Märkische Gewerbepark Rosmart GmbH ist, gab sich vorsichtig-optimistisch. Man führe Gespräche, wenigstens ein Unternehmen sei „sehr interessiert“ an einer Ansiedlung im Gewerbepark. Insgesamt führt die konjunkturelle Belebung dazu, dass die Investitionsbereitschaft von Unternehmen wieder zunimmt. Das ergab zum Beispiel die Herbst-Konjunkturumfrage der SIHK. ▪ ben.-

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