„Rollende Museen“ mit Riechampullen und Zucker

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Große und kleine Besucher hatten in Altena allerhand zu gucken. -

ALTENA - Das rote Kreuz auf der Motorhaube und den Türen vereint sie. Die „Geschichten“ der zumeist eierschalefarbenen Oldtimer-„Schätzchen“ können jedoch unterschiedlicher nicht sein. Gleiches gilt für die Herkunft. Die fast 50 betagten Fahrzeuge, die es am Samstag in der Fußgängerzone zu bestaunen gab, waren aus dem gesamten Bundesgebiet und aus den Niederlanden ins Lennetal gerollt (worden). Der Grund dafür ist noch älter als die Oldies: Der DRK-Ortsverein Altena/Nachrodt-Wiblingwerde feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen, und das Jubiläum bot am Wochenende den passenden Rahmen für das 18. DRK-Oldtimertreffen. Von Simone Benninghaus

Ein Blick in die „rollenden Museen“ lohnte sich in jedem Fall: Kristina Reinecke aus Bad Harzburg (Landkreis Goslar), die an diesem Tag in eine original Schwesterntracht aus den 60er Jahren geschlüpft war, hatte im Rotkreuzbulli zum Beispiel eine alte Sanitätstasche entdeckt - inklusive Würfelzucker für die Medikamentengabe und Riechampullen bestehend aus Chloroform, Ammoniak und Aether. „Das Jugendrotkreuz war damit früher unterwegs“, so die 23-Jährige, die sich am Wochenende freute, wieder viele bekannte Gesichter zu sehen. Das DRK-Treffen am Himmelfahrtswochenende ist für viele ein fester Termin. Die Oldies werden Jahr für Jahr in einer anderen Stadt präsentiert. „Nur wenn man sie auch zeigen kann, macht es ja Sinn, die alten Fahrzeuge zu erhalten“, findet Kristina Reinecke.

Am Samstag ging es daher auch ums Fachsimpeln der Technik- und Oldieinteressierten und zum Beispiel um die Frage, warum ein Notstromaggregat aus dem Jahr 1958, der im Besitz des Ortsvereins Hannover ist, ausgerechnet „Das Moppel“ heißt.

Beim Aktionstag vertreten war auch das „Nederlandsche Roode Kruis“ mit einigen Mitgliedern der so genannten „Historischen Verzamelung“ und ihren Fahrzeugen. Den alten Fahrzeugen in der Kirchstraße stand auf dem Parkplatz Overbeck ausgefeilte Technik gegenüber, aus der Nähe zu begutachten zum Beispiel beim Sanitätsgerätewagen SAN, den das Land NRW erst im letzten Jahr für den Katastrophenschutz angeschafft hat und der in Meinerzhagen beim dortigen DRK stationiert ist.

Vor der Burg Holtzbrinck wurde das weite Spektrum des Roten Kreuzes an einigen Ständen präsentiert, geduldig ließen sich hier auch Nora und Maya streicheln. Die beiden Vierbeiner besuchen mit ihren „Frauchen“ Mechthild Schenke und Andrea Stiller regelmäßig die Seniorenheime in Altena und Nachrodt. Für den DRK-Besuchsdienst werden übrigens auch noch kleinere Hunde gesucht. Vertreten waren neben den Besuchshunden auch die „Kollegen“ von der Rettungshundestaffel. In der Bürgerburg selbst kam dann am Mittag die Gulaschkanone zum Einsatz, Erbsensuppe wurde hier serviert, ehe sich der Oldie-Konvoi am frühen Nachmittag auf den Weg zur Rundreise durch den südlichen Märkischen Kreis aufmachte. „Es geht natürlich nicht zu schnell und wir haben nicht zu starke Steigungen für die alten Schätzchen ausgesucht“, versprach Altenas Rotkreuzleiter Christian Klimpel schmunzelnd, der mit seiner Mannschaft organisatorisch alles im Griff hatte und sich über ein gelungenes Treffen zum Jubiläum freuen konnte.

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