Rollator als Sportgerät

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Slalomfahren mit dem Rollator hält nicht nur fit: DIe Teilnehmer lernen dabei auch, wie breit ihre Gehhilfe ist und wie sie Engstellen sicher passieren können.

Altena - „Nicht vergessen; Ihr müsst im Rollator gehen“ – auch in dieser Sportgruppe achtet Brigitta Seuster, Übungsleiterin beim TV Städt. Rahmede, ganz genau auf Haltung. Schließlich weiß sie: Wer die Gehhilfe vor sich herschiebt, lebt gefährlich.

Rollt sie plötzlich weg, ist ein Sturz wahrscheinlich. Nach einigen Probetrainings ist „Rollator Fit“ inzwischen ein festes Angebot des Sportvereins, der dafür die Pausenhalle der Grundschule Breitenhagen nutzt. 

Etwa ein halbes Dutzend Senioren nehmen daran teil – einerseits, weil es Spaß macht und sie so unter Leute kommen, andererseits aber auch, weil das Training dem Körper guttut und weil Brigitta Seuster viele Tipps für den Umgang mit dem Rollator auf Lager hat. 

Mobilität dank der Rollatoren

Schon vor Jahren habe ihr vorgeschwebt, ein Angebot für Senioren zu machen, die auf die Gehhilfen angewiesen sind, berichtet die Übungsleiterin. Damals habe sie beobachtet, wie einigen Turnschwestern dank ihrer Rollatoren viel Mobilität erhalten blieb. 

„Ich habe mich gefragt, ob man das nicht irgendwie in unser Sportangebot einbauen könnte, etwa beim Stundenlauf“, blickt sie zurück. Dabei blieb es, bis dann im vergangenen Jahr vom Deutschen Turnerbund eine neue Fortbildung angeboten wurde: „Rollator Fit“ bringt Übungsleitern, aber auch Mitarbeitern von Pflegeeinrichtungen nicht nur den sicheren Umgang mit den Gehhilfen bei, sondern zeigt auch auf, wie er als Sportgerät eingesetzt werden. 

Brigitta Seuster (rechts) bereitet sich gut vor und baut kleine Gymnastikübungen ein.

Links, rechts, links – die Teilnehmer der Gruppe fahren Slalom durch eine Pylonenbahn, die die Übungsleiterin aufgebaut hat. Das schafft Sicherheit, etwa beim Besuch von Gaststätten. Seuster: „Man will ja nicht gleich mit dem Rollator den nächsten Tisch abräumen“. 

Sie hat ihren Teilnehmern auch längst gezeigt, wie sie den Bordstein hochkommen oder die Treppe runter. Busfahren stünde jetzt an – aber woher den Bus nehmen? Schon bei der Suche nach einer Halle war viel Organisationstalent gefragt: Kaum eine Sporthalle in Altena ist barrierearm, viele sind per Bus nicht gut zu erreichen.

Kleine Gymnastikeinlagen

„Wir haben hier auch Spaß“, versichern die Kursteilnehmer und betonen auch, dass sie sich über neue Mitstreiter freuen würden. Die wöchentlichen Treffen (immer donnerstags ab 15.15 Uhr) haben neben der Geselligkeit und dem sichereren Umgang mit dem Rollator noch einen dritten Effekt: Brigitta Seuster streut immer wieder kleine Gymnastikeinlagen ein, die die Teilnehmer fordern, aber nicht überfordern und so deren Wohlbefinden steigern.

Infos unter 0 23 52/2 10 60 oder turnen@str-altena.de

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