Auf dem Kohlberg wurden Fakten geschaffen

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Vor einem „besenrein“ geräumten Baufeld eines der möglichen sechs Riesen-Windkrafträderstandorte auf dem Kohlberg verschaffen sich Wilfried Bracht, Dr. Frank Hoffmann und Michael Voß (von links) im strömendem Regen einen Eindruck von den erfolgten Rodungsarbeiten.

Altena - Trotz des am Mittwoch gerichtlich verfügten vorläufigen Baustopps zur Errichtung von sechs je bis zu 200 Meter hohen Windrädern durch den Investor SL Windenergie in diesem Naturschutzgebiet ist das Areal an fünf von sechs möglichen Stellflächen nicht wieder zu erkennen.

Michael Voß, Einrichtungsleiter des Kohlberghauses, zeigt auf geschlagene Bäume.

Als wäre der Waldboden dort sauber von Hand gefegt – so akkurat, ordentlich und aufgeräumt präsentieren sich die Baufelder. Hinzu kommen noch stark verbreiterte Zuwegungen bestehender Wanderwege und abseits der geschotterten Waldwege zurückgeschnittene und ebenfalls „besenrein“ hergerichtete Flächen. Möglicherweise, so orakelte ein Mitglied der Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg (BK), „der angedachte Verlauf künftiger Stromtrassen“.

Michael Voß, Einrichtungsleiter der Pflegeeinrichtungen Villa Borbet und Kohlberghaus, verschaffte sich am Donnerstag einen Eindruck von den Gegebenheiten. „Die Unruhe bei uns im Haus wächst. Wir werden jetzt zusätzliche Fachleute, Ärzte, hinzuziehen, um gegen die Errichtung der Anlagen weiter vorzugehen.“ Selbst beobachtet hat der junge Mann am Mittwoch, dass „sogar gegen 16 Uhr noch gerodet wurde, obwohl es gerichtlich untersagt war.“

Auch die Zuwegungen zu den sechs Baufeldern der Windkraft-Anlagen sind schon freigeräumt und geschoben.

Das war auch Wilfried Bracht sowie Dr. Frank Hoffmann zu Ohren gekommen. Sie waren als BK um 11.14 Uhr am Mittwoch über den Baustopp informiert worden. Bracht: „Selbst wenn man einen Zeitpuffer von zwei Stunden einrechnet, dass offenbar noch gegen 16 Uhr gerodet wurde, ist nicht in Ordnung.“ Er schrieb deshalb an den Märkischen Kreis und fragte nach, warum der Beschluss nicht unverzüglich umgesetzt wurde. „Eine Antwort habe ich nicht erhalten.“

Die Bürgerinitiative sieht sich in ihrem Kampf gegen die industriellen Windmühlen bestätigt, sammele „ein wenig Luft“. Alle warten jetzt auf den weiteren Gang des Verfahrens. „Aber sehr zuversichtlich“, so das Trio.

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