Ringtausch mit System

ALTENA ▪ Der Magirus-Techniker hat kapituliert – er konnte den Fehler an der Drehleiter nicht finden. Sie wurde vorgestern nach Ulm gebracht, damit im Herstellerwerk nach Reparaturmöglichkeiten gesucht werden kann. Als wäre es damit nicht genug, sieht sich die Feuerwehr jetzt auch noch mit einer anonymen E-Mail konfrontiert, die an die Presse und die Fraktionsvorsitzenden ging. Darin werden Zweifel an der Sinnhaftigkeit von drei Fahrzeugbeschaffungen der letzten Jahre geäußert.

Hintergrund: Die Stadt besitzt nicht nur eigene Feuerwehrfahrzeuge, sondern verfügt auch über einige Fahrzeuge des Katastrophenschutzes, die Bundeseigentum sind. Ob sie jemals ersetzt würden und wenn ja wann, stehe in den Sternen, erklärte Udo Winter, der Leiter der Feuer- und Rettungswache. Sein Fachbereichsleiter Willi Beckmerhagen spricht von einem „Ringtausch mit System“, der einer von der Wehrführung entwickelten Strategie folge.

Im Prinzip geht es darum, dass in jedem Gerätehaus zwei moderne Fahrzeuge stehen sollen. In jedem der drei Züge soll zudem eins der Löschfahrzeuge mit einer Zusatzausstattung für technische Hilfeleistungen zum Beispiel bei Verkehrsunfällen ausgestattet sein. Dieses Ziel ist inzwischen erreicht, die Katastrophenschutzfahrzeuge sind lediglich eine Art Zugabe. Beispiel Rosmart: Das ist eine der stärksten Löschgruppen überhaupt, dort wird das bundeseigene Fahrzeug schon deshalb benötigt, weil sonst nicht alle Blauröcke zum Einsatz fahren könnten. Wenn dieses LF 16 TS abgezogen werde oder nicht mehr einsatzfähig sei, „gibt es dafür auf keinen Fall Ersatz“, erklärt Udo Winter. Allenfalls „ein gebrauchter VW-Bus“ werde dann noch angeschafft, um die Mannschaft zum Einsatz zu bringen.

Der anonyme Verfasser der E-Mail spricht noch ein weiteres Thema an: In den vergangenen Jahren hat sich die Stadt immer wieder dazu entschlossen, Feuerwehrfahrzeug zu leasen. Das werde in Feuerwehrkreisen als „Geldverschwendung“ bezeichnet. Beckmerhagen kann dem nicht unbedingt widersprechen. Er weist aber darauf hin, dass eine Beschaffung auf anderem Wege nicht möglich gewesen wäre. Weil Altena Nothaushalts-Kommune sei, genehmige die Kommunalaufsicht kreditfinanzierte Investitionen nicht mehr. Wenn die Stadt die Fahrzeuge lease, dann handele es sich dabei nicht um Investitionen im eigentlichen Sinne.

Beckmerhagen lässt durchblicken, dass diese Art der Beschaffung ihm auch nicht unbedingt gefällt. Das sei aber der einige Ausweg, den man in enger Abstimmung mit der Kommunalaufsicht habe finden können. ▪ ben.-

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